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Kaffeefahrten und Gewinnversprechen: Geld für die seit zwölf Jahren tote Mutter
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Kaffeefahrten und Gewinnversprechen: Geld für die seit zwölf Jahren tote Mutter
Kaffeefahrten und Gewinnversprechen: Geld für die seit zwölf Jahren tote Mutter
Lingen. Heinrich Rohlfing hat die „Nase voll“ – und zwar bis oben hin: „Das ist doch eine verdammte Unverschämtheit. Nicht nur, dass meine Frau und ich von diesen dubiosen Gewinnversprechen belästigt werden, jetzt haben diese sogenannten Finanzdienstleister auch noch meiner Mutter Gewinne in Höhe von fast 2000 Euro versprochen. Meine Mutter ist aber schon im Jahre 1999 verstorben“, erbost sich der 77-Jährige.
Rohlfing hat die Gewinnversprechungen, die im Rahmen einer sogenannten „Kaffeefahrt“ ausgezahlt werden sollen, dabei. Sei es der Finanzdienstleiter „Dr. Schröder & Partner“ mit einem Gewinnversprechen von 946,72 Euro oder der Finanzdienstleister „Jensen – Weise – Feldhaus“ mit einem „festgesetzten Termin zur nachträglichen Gewinnübergabe“ in Höhe von 970,04 Euro – alle Schreiben sind adressiert an die seit zwölf Jahren tote Amalia Rohlfing.
Auch wenn die Schreiben im Briefkopf unterschiedliche Adressen und Namen aufweisen, so gleichen sie sich inhaltlich doch wie ein Ei dem anderen. In beiden Fällen ist von Gewinnen die Rede, die bis dato nicht ausgezahlt werden konnten, aber nun doch, durch Initiative der „Finanzdienstleiter“, zur Abholung bereitstünden.
Wer nun glaubt, dass das Geld einfach überwiesen werden kann, irrt. Auch eine Zustellung via Post sei nicht möglich, weil man sich ausweisen müsse, heißt es in den Schreiben.
Deshalb habe man sich erlaubt, quasi als Entschädigung, „ein wunderschönes Rahmenprogramm mit einem kostenlosen Frühstück“, zu organisieren. Entsprechende Verkehrsmittel (Busse) würden bereitgestellt. Als Zusatzprämie würde man unter anderem einen „nagelneuen Express-Kaffee-Automaten“ erhalten.
Verschlossene Türen
Was den 77-Jährigen weiter so auf die Palme bringt, sind eigene Erfahrungen mit diesen Kaffeefahrten. „Vor zwei Jahren bin ich mal mitgefahren und weiß daher genau, wie mit den älteren Herrschaften umgegangen wird. Eine kurze Busreise, dann stundenlange Verkaufsgespräche in einem Gasthof mit verschlossenen Türen und anschließender Heimfahrt – und wehe, du hast nichts gekauft.“
Schlimm sei es, wie die alten Menschen auf deren Verkaufsmethoden hereinfallen, und schlimm sei es auch, wie dieser Betrug aufgezogen werde: „Da hast du nur eine schmale Rente, freust dich auf eine Busreise und wirst dann so über den Tisch gezogen. Das ist wirklich gemein, was die da machen“, ist Rohlfing noch immer außer sich. Er verweist mit einem Fingerzeig auf den letzten Satz im Anschreiben: „Sie können sich vor Ort selbst überzeugen, dass alles mit rechten Dingen zugeht.“
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