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Einen Blick durch die rosarote Brille geworfen
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Autor: Bärbel Recker-Preuin 21. Januar 2011 16:54 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Frauenfrühstück mit Lachexpertin Maike Carls

Einen Blick durch die rosarote Brille geworfen

Bissendorf. Zum Frühstücken braucht Mann und Frau vorzugsweise eine Gabel. Dieses Besteck wird nicht nur benutzt, um Rührei in den Mund zu schieben, eine Gabel ist auch dazu da, den Tag zu überstehen. Maike Carls machte es vor, und rund 90 Damen machten mit. Das Frauenfrühstück, zu dem die Gleichstellungsbeauftragte Angelika Rothe eingeladen hatte, war kein Benimmkurs, mehr ein Wegweiser für positives Lebensgefühl.

 
Zum Lachen fanden das Bissendorfer Frauenfrühstück die Frauenbeauftragte Angelika Rothe (links) und Pädagogin und Trainerin Maike Carls. Foto: Bärbel Recker-Preuin  Vergrößern

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Die Pädagogin und Trainerin Maike Carls hat immer einen Notfallkoffer dabei. Nicht nur für ihre Vorträge, auch für das Leben. In diesem Koffer befinden sich eine Clownsnase als „persönlicher Gefühlsairbag“, ein Riesenradiergummi, um die kleinen Pannen des Alltags wegzulöschen, und eine rosarote Brille, mit der das Leben gleich anders aussieht. Wichtigstes Utensil, das weder im Notfallkoffer noch in keiner Damenhandtasche fehlen darf, ist ein Stäbchen. Ersatzweise kann es durchaus eine Gabel, ein Kugelschreiber oder eine Stricknadel sein. Wer dieses Teil quer zwischen die Lippen schiebt, lacht. Die Mundwinkel gehen automatisch nach oben, die Stimmung steigt, der Tag ist gerettet.

Natürlich kommt es außer auf dieses Handwerkszeug auch auf die innere Haltung an, so die Ostfriesin, und damit tun sich gerade Frauen häufig schwer. Da gebe es die ständigen „Essigabschmecker“ und den „50-Euro-Gang“, den Blick nach unten gerichtet, aber noch nie Geld gefunden, und die typisch weiblichen Selbstzweifel. Öfter mal eine stolze Rose sein als immer ein bescheidenes Veilchen, ermunterte Maike Carls. Vor allem viel lachen, auch über sich selbst. Lachen ist Labsal für Körper, Geist und Seele. Lieber „lachend die Welt umarmen“, so auch der Titel ihres Vortrags als auf die gute Laune der anderen warten, so ein Lebenstipp der Pädagogin.

Die Gelotologie, die Wissenschaft des Lachens, ist ein Spezialgebiet der Ostfriesin. Der Frau mit dem enormen Redeschwall nahmen die Teilnehmerinnen jedes Wort ab, auch die ernsten, wohl wissend, dass sie nur als abschreckende Beispiele aus ihrem Mund kamen.

Carls plauderte aus dem Nahkästchen eines fröhlichen Lebens. Sie sprach über Beziehungen, weibliche Haupt- und Nebenrollen auf den Rippen, über Falten, die Bewegung bringen. Sie erzählte Witze über Schwiegermütter, Blondinen oder Brünette mit „hirnblonden Anteilen“. Kurz: Beim Frauenfrühstück im Posthotel gingen die Mundwinkel nach oben – sogar ohne Gabel.

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