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Tippspiel
Ein hartnäckig unerkannter Keim
rav Meppen. Mit dem Thema „Methicillin-resistente Saphylococcus aureus“ (MRSA), also gegen Antibiotika resistente Krankheitskeime, in Alten- und Pflegeeinrichtungen hat sich die 28. emsländische Pflegekonferenz im Kreishaus beschäftigt.
Dass das Tagungsthema bei den Verantwortlichen in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen von Interesse ist, zeigte die große Zahl der Teilnehmer aus den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim. In ihrem Einführungsreferat erläuterte Mechthild Schäpker, Abteilungsleiterin Infektionsschutz und Umweltmedizin beim hiesigen Landkreis den Begriff MRSA bzw. die Eigenschaften von Saphylococcus aureus, einem zur Gruppe der Staphylokokken gehörenden Bakterium, das sehr häufig bakterielle Infektionen verursacht. Sein natürlicher Standort sei die Haut und die Schleimhaut von Mensch und Tier.
Jeder Dritte besiedelt
Rund 30 bis 40 Prozent aller Menschen seien permanent oder vorübergehend mit dem Erreger besiedelt, sagte Schäpker. Vorwiegend werde der Nasen- und Rachenraum befallen. Entsprechende Infektionen seien in der Regel gut behandelbar. Jedoch hätten einige „Stämme“ die Eigenschaft, sich unter besonderen Gegebenheiten schnell auszubreiten.
Peter Bergen, Fachkrankenpfleger für Krankenhaushygiene und im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt für die hygienebezogene Fortbildung und Beratung von Pflegeeinrichtungen zuständig, referierte über den Umgang mit von MRSA besiedelten Personen in der stationären und ambulanten Pflege. Er betonte, dass sich das multiresistente Bakterium hartnäckig und unerkannt kolonisiere und zuweilen lebensbedrohliche Infektionen erzeugen könne.
Zwar stelle MRSA für betroffene Personen keinen „Krankheitswert“ dar. Die Gefährdungslage könne sich jedoch im Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen rasch ändern. Als „wiederkehrende Ärgernisse“ bezeichnete Peter Bergen unter anderem uninformierte MRSA-Träger sowie deren Angehörige und die „Überreaktion im Infektionsfall“.
Dagmar Rocker vom Landesgesundheitsamt stellte das Projekt „EurSafety Health-net“ vor. Erforderlich geworden sei es, weil Staphylococcus aureus weltweit die meisten im Krankenhaus erworbenen Infektionen verursache. Das Netzwerk solle die Grundlage für einen grenzübergreifenden Qualitätsverbund bilden. Letztliches Ziel des Projektes sei die Stärkung der Patientensicherheit und der Schutz vor Infektionen. Die geplante Netzwerkarbeit umfasse die Etablierung von Runden Tischen mit allen Akteuren im Gesundheitswesen. Dabei solle das Gesundheitsamt als Moderator und Ansprechpartner eine zentrale Rolle einnehmen.
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07.04.2012
