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Heitere Verwicklungen zum Auftakt der Laienspielwoche
Riemsloh. Eigentlich suchte Julie nur ein Modell für die neueste Herrenkollektion. Doch der attraktive Nicolas bringt die eingespielte Hausgemeinschaft zwischen der Modefotografin und dem schwulen Bibliothekar Antoine gründlich durcheinander. Dabei hat er selbst nur Augen für Schauspielerin Pauline, die sich auf ihrer verzweifelten Wohnungssuche ausgerechnet bei Antoine einquartiert.
Kein Wunder, dass sich mit Giacomo Casanova, Madame Pompadour und Dorian Gray gleich drei literarische Liebesexperten berufen fühlen, Ordnung ins Chaos emotionaler Wirrungen zu bringen. Ihre ungebetenen Besuche sorgten für heitere Verwicklungen zum Auftakt der 39. Laienspielwoche des Stadtteiljugendrings Riemsloh. Rund 100 Kinder und Jugendliche stehen bis einschließlich Freitag in fünf Laienspielgruppen aus den Reihen der katholischen Jugend auf und hinter der Bühne.
Eine zehnköpfige Jury begleitet den schauspielerischen Wettstreit, für dessen langjährige Ausrichtung der Stadtteiljugendring im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz beim Jugendförderpreis des Kreisjugendringes ausgezeichnet wurde. Das damit verbundene Preisgeld spendete der Stadtteiljugendring zum Riemsloher Weihnachtsmarkt der Aktion „Glückbringer“. Und auch der Laienspielwettbewerb soll der Hilfe gegen Kinderarmut in Riemsloh zugutekommen: Im Rahmen einer Tombola zugunsten der Aktion wird nach der letzten Aufführung am Freitag ein VfL-Fußball verlost.
Bis dahin lohnen humorvolle Darbietungen den Besuch im Veranstaltungsraum. Denn alle fünf Gruppen bereiteten sich bereits seit Monaten mit großem Elan auf ihren Auftritt vor. Mit lockeren Sprüchen und zwerchfellstrapazierenden Doppeldeutigkeiten drehten die „Smilies“ als Vorjahressieger in bühnengewohnter Souveränität das Karussell der Liebeswirrungen. Als titelgebender „Bücherwurm“ Antoine erwehrte sich Pia Frischen dabei mit überzeugendem Gestus der Avancen von Pauline (Laura Bünger).
Auch die ungebetenen Ratschläge seiner literarischen Geister Casanova (Alena Krenkel), Madame Pompadour (Paulina Trippe) und Dorian Gray (Frederike Dreyer) trugen nicht gerade zu seinem Seelenfrieden bei. Schließlich interessierte sich Antoine nur für Nicolas (Kyra Pasic). Doch auch Mitbewohnerin Julie (Maria Koepsel) wollte ihr Fotomodell am liebsten nicht nur vor der Kameralinse haben. Und so trieben scharfzüngige Wortgefechte, heitere Nachstellungen und verzweifelte Fluchtversuche das Beziehungskarussell immer schneller durch die schicksalhaften Klänge des Orff’schen „O Fortuna“.
Die Fäden der Regie hielten dabei Maike Teepker und Laura-Marie Dittert in den Händen. Die Besucher belohnten mit anhaltendem Applaus die gelungene Darbietung, die vor aufwendig erstellter Kulisse den jungen Schauspielern bei zwei Stunden reiner Spielzeit ein großes Textpensum abverlangte. Die Laienspielwoche geht am Mittwoch um 19 Uhr mit den Kurzstücken „Ballon im Kopf“ und „Männer“ in die zweite Runde.
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