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153 Betriebe im Emsland von Dioxin betroffen
Meppen/Lingen. „Aktuell sind insgesamt 153 Betriebe im Landkreis Emsland von Dioxinen in Futtermitteln betroffen. Davon 107 Schweine haltende Betriebe, 15 Milch liefernde Betriebe und 31 Betriebe mit Mastrinderhaltung.“ Das erklärte Anja Rohde, Pressesprecherin des Landkreis Emsland, am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung.
In enger Abstimmung mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung seien alle Betriebe durch den Landkreis angeschrieben und auf ihre Verantwortung als Lebensmittelunternehmer hingewiesen worden. Die Milch erzeugenden Betriebe seien zudem sofort telefonisch unterrichtet worden, hieß es seitens der Kreisverwaltung. Des Weiteren würden in sechs der Milch liefernden Betriebe auf Weisung des Ministeriums voraussichtlich durch die Molkereien Milchproben entnommen, die auf Dioxinbelastung untersucht werden. Hierbei erhoffe sich das Ministerium grundsätzliche Erkenntnisse über die Auswirkungen des Futtermittels auf die Milch.
Rohde: „Alle Betriebe sind aufgefordert, Eigenkontrollen durchführen zu lassen, um die Unbedenklichkeit der von ihnen produzierten Lebensmittel nachzuweisen.“
Dies sei notwendig, da derzeit nicht auszuschließen sei, dass Tiere mit einem Dioxingehalt belastet seien, der den festgelegten Höchstwert überschreite. „Die Betreiber sind zu dieser Sorgfaltspflicht durch die EU-Verordnung angehalten. Die Betriebe tragen die Verantwortung dafür, dass nur unbelastete Lebensmittel in den Verkehr gelangen“, so die Sprecherin.
Der Landkreis werde über die Untersuchungsergebnisse informiert und sorge bei einer Grenzwertüberschreitung für die sofortige Sperrung des betroffenen Betriebs.
Sollen mit dem Futtermittel gefütterte Tiere zur Schlachtung abgegeben werden, müssten zuvor Probeschlachtungen durchgeführt werden. Betroffene Milcherzeuger sollten sich wegen der Probenahme schnellstens an ihre Molkerei wenden.
Sollten die festgelegten Dioxinhöchstwerte im Fleisch oder in der Milch überschritten werden, werde der Landkreis als zuständige Behörde sofort in Kenntnis gesetzt. Der Landkreis sperre in solchen Fällen die Betriebe und entnehme weitere Proben. Die Waren gelangten nicht in den Verkauf, hieß es in der Erklärung abschließend.
Als Geschäftsführer der RWG-Mittelems (Futtermittelhersteller) wollte Norbert Bruns am Mittwoch in Sachen Dioxinbelastung bei Futtermitteln keine Auskunft gegenüber unserer Zeitung geben. „Wir stehen jetzt zunächst einmal in engem Kontakt mit unseren Kunden – und dann müssen wir sehen, wie es hier weitergeht.“
„Die Sondersitzung des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am kommenden Dienstag zur Dioxinbelastung ist notwendig“, erklärte der Aschendorfer FDP-Bundestagsabgeordnete und Ausschussvorsitzende Hans-Michael Goldmann. „Die Sachverhalte müssen auf den Tisch unddie Dinge sofort abgestellt werden, die dazu geführt haben.“
Der Freidemokrat begrüßte, dass die von ihm angeregte Initiative zur Sondersitzung von den Fraktionen im Bundestag aufgegriffen wurde.
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07.04.2012
