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Stadt und Straßenmeistereien geht Streugut aus: Salzmangel kann teuer werden
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Stadt und Straßenmeistereien geht Streugut aus: Salzmangel kann teuer werden
Stadt und Straßenmeistereien geht Streugut aus: Salzmangel kann teuer werden
Papenburg. Vereiste Straßen und Schnee fordern seit Wochen die Bauhöfe und Straßenmeistereien. Dies führt nun zu Engpässen beim Streusalz.
Die Stadt Papenburg erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Salz bereits knapp sei. Nur noch eine Restmenge stehe zur Verfügung, bestätigten auch zwei Mitarbeiter des städtischen Bauhofs. Im November hatte Bauhofleiter Hermann Kohnen erklärt, dass die Stadt etwa 100 Tonnen für den Winter gelagert habe. Diese sind nun so gut wie aufgebracht. Die Stadt hat mittlerweile 200 Tonnen nachbestellt. Wann diese in der Kanalstadt eintreffen werden, sei unklar. Der Engpass führe zu Lieferschwierigkeiten.
Warum die Stadt nicht von Anfang an mehr Streusalz geordert habe, wurde damit begründet, dass es keine ausreichenden Lagerkapazitäten gebe. Nach Informationen unserer Zeitung wurde der Stadt im Sommer eine größere Menge Salz inklusive Lagerung angeboten. Dieses sei damals vom Bauhof abgelehnt worden, so ein Händler. Andere Kommunen wie Dörpen, Esterwegen und Rhede hätten dieses Angebot genutzt.
Mittlerweile hat die Stadt offenbar eingesehen, dass sie mehr Salz braucht. Doch besagter Händler kann wahrscheinlich erst Anfang Januar wieder liefern, da ihm bis auf die Rücklagen für die Kommunen und anderen Kunden das Streugut selbst ausgegangen sei. Selbst wenn nun geliefert werden könnte, wäre durch eine Bestellung im Dezember mit einem großen finanziellen Mehraufwand zu rechnen. Der Preis pro Tonne sei seit Sommer um etwa 70 Prozent gestiegen. Im Fall der georderten Tonnen entspräche dies 10000 Euro.
Diese Zahlen wollte Stadtsprecher Matthias Heyen gestern auf Anfrage nicht bestätigen. Allerdings sprach er nun von 200 Tonnen, die die Stadt gelagert habe. Das sei „die maximale Kapazität“.
Aber nicht nur der Stadt Papenburg mangelt es an Streusalz. Auch in den Straßenmeistereien fehlt es am weißen Gut. Doch dort wird noch mit einem weiteren Problem gekämpft: den starken Schneefällen.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag musste im Akkord gearbeitet werden: „Bei solchen Schneefällen wird ab drei Uhr nachts geräumt“ berichtet Klaus Haberland, Leiter des Straßenbauamts Lingen. Und Ernst Kock, Leiter der Straßenmeisterei Aschendorf, führt weiter aus: „Unsere Räumfahrzeuge sind derzeit etwa 20 Stunden pro Tag auf den Straßen.“ Alle Mitarbeiter machten derzeit Überstunden und arbeiteten an der Obergrenze von 50 Stunden pro Woche.
Hinsichtlich des Salzmangels wiederum berichtet Haberland, das weiße Gut werde mittlerweile aus der Zentrale in Hannover den einzelnen Meistereien zugewiesen: „Es gibt ungefähr alle zwei Tage 26 Tonnen Salz pro Straßenmeisterei im Emsland.“ Für einen normalen Streueinsatz würden jedoch 40 bis 50 Tonnen benötigt, so der Leiter aus Lingen weiter.
Den Mangel spürt auch die Straßenmeisterei Aschendorf: Von den 1000 Tonnen, die vor dem ersten Einsatz am 25. November vorhanden waren, sind nach Angaben von Kock nur noch etwa 50 Tonnen übrig. In der Zwischenzeit wurden noch – vor der Zentralverteilung – weitere 400 Tonnen nachbestellt, die bereits verbraucht sind. Der geringe Nachschub hat zur Folge, dass der Schnee auf den Straßen nur noch zur Seite geräumt wird, da für das Streuen in normalem Maße nicht genug Salz vorhanden ist. Wenn überhaupt, würden nur zehn bis 15 Gramm pro Quadratmeter gestreut, erläutert Kock. Als üblich gelten bei Schnee 25 Gramm.
Über die Feiertage ist keine Besserung in Sicht. „Nötig wären drei bis vier Wochen Ruhe in ganz Niedersachsen, um die Bestände wieder aufzufüllen“, erklärt Kock die schwierige Situation. Angesichts der erwarteten Schneefälle und Minustemperaturen ist eine Pause nicht absehbar. So müssen auch die Mitarbeiter der Meisterei in Aschendorf über die Feiertage auf Abruf bereitstehen, falls es wieder schneit.
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07.04.2012
