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„Jeder junge Mensch ist mehr wert als alles Gold der Erde“
Emsbüren. Die neue Vorsitzende der Christlichen Arbeiterjugend Deutschland (CAJ) stammt aus Emsbüren. Sarah Prenger (24) wurde kürzlich auf dem Leitungsrat in Rohrbach zusammen mit Sven Husmann (27) an die Spitze der CAJ gewählt. In einem Interview mit unserer Zeitung erläutert die Bundesvorsitzende, die in Münster studiert und derzeit ein Auslandssemester in Ljubljana (Slowenien) absolviert, warum sie von der CAJ so fasziniert ist.
Wie sind Sie zur CAJ gekommen?
Ich lernte die CAJ im August 2003 durch meine Teilnahme an einem von der CAJ Osnabrück organisierten Workcamp auf dem früheren KZ-Gelände in Esterwegen kennen und bin seit November 2003 Mitglied. Ich war Regionalleiterin der Region Emsland und Diözesanleiterin in Osnabrück, habe an vielen Wochenendseminaren teilgenommen bzw. sie selbst organisiert. Zudem war ich an Veranstaltungen auf Bundes- und internationaler Ebene dabei. Überdies wurde ich im Jahr 2007 zur Weltratsdelegierten der CAJ Deutschland gewählt und übernahm im Rahmen dieses Amtes Vertretungsaufgaben auf europäischer Ebene sowie auf dem Weltrat der CAJ in der indischen Stadt Thanjavur.
Warum engagieren Sie sich in der CAJ?
Als ich damals die CAJ kennenlernte, war ich begeistert von den politischen und persönlichen Gesprächen sowie von der freundschaftlichen Atmosphäre, die trotz Meinungsverschiedenheiten vorherrschte. Auch war ich angetan davon, dass Jugendliche mit total unterschiedlichen Bildungshintergründen zusammenarbeiteten und Freundschaften schlossen – das erlebe ich in unserer Gesellschaft selten. Mit der Zeit lernte ich die Grundsätze und die Methodik der CAJ kennen, die hinter dem stehen, was ich als erste Eindrücke wahrgenommen hatte. Zentral sind dabei „vom Leben ausgehen und das Leben beeinflussen“ sowie „Sehen-urteilen-handeln“. Mitglieder der CAJ stehen in einem engen persönlichen Kontakt und tauschen sich über die eigenen Lebensrealitäten aus, um, davon ausgehend, gemeinsam politisch in Aktion zu treten. Dahinter steht die Überzeugung, dass jeder junge Mensch mehr wert ist als alles Gold der Erde und die Arbeitsbedingungen und sonstigen Lebensbedingungen dem entsprechen sollten.
Was versprechen Sie sich vom Bundesvorsitz?
Ich glaube, dass besonders meine Erfahrungen, die ich als Weltratsdelegierte auf internationaler Ebene gemacht habe, für Deutschland wichtig sind. Ich möchte weiterhin zur Vernetzung der CAJ Deutschland auf internationaler Ebene beitragen. Auch möchte ich dafür sorgen, dass frauenpolitische Themen und der Kampf gegen die Diskriminierung aufgrund ethnischer Zugehörigkeit einen noch größeren Raum in der CAJ Deutschland einnehmen.
Das Leben der Roma in Deutschland liegt Ihnen besonders am Herzen ...
Im Jahr 2007 initiierte ich die Herausgabe einer Broschüre unter dem Titel „So keres – was machst du?“, in der Roma-Jugendliche über ihre Situation in Deutschland erzählen. Das Bündnis für Toleranz und Demokratie hat dieses Projekt jetzt ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 3000 Euro. Im Internet gibt es unter www.bodvd.info/c/caj.html einen elfminütigen Kurzfilm, der auch auf Youtube (einfach „So keres?“ in die Suchfunktion eingeben) zu finden ist. Dieses Projekt nimmt einen großen Raum innerhalb meines Engagements für die CAJ und auch innerhalb meines Lebens ein. Informationen darüber gibt es auch unter www.caj.de/die-praktiker/praktiker-weltnahrr.
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