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100. Schülerabschlussball der Tanzschule Hull: Gentlemen werden
Osnabrück. Mit nachdenklichem Gesichtsausdruck schaut Michael Hull auf ein altes Foto aus dem Jahre 1979. Es zeigt eine lächelnde Dame, die sich auf einem festlichen Ball befindet: seine Mutter Maureen. „Meine Eltern haben damals mit der Gründung unserer Tanzschule alles auf die Beine gestellt. Sie haben das heutige Jubiläum erst ermöglicht“, sagt der bekannte Tanzlehrer.
31 Jahre sind seitdem vergangen. 31 Jahre, in denen sich viel getan hat – in Sachen Mode, Musik und Lebensstil. Doch eines hat sich nie verändert: die Leidenschaft der Osnabrücker zum Tanz. Und so feierte die Tanzschule „Patsy & Michael Hull“ am Samstagabend in der Osnabrückhalle ein großes Jubiläum: den 100. Schülerabschlussball seit 1979.
200 junge Paare gaben sich an diesem Abend die Ehre. „Heute seid ihr die Stars. Ihr seid die Eisbrecher“, begrüßte Hull die Nachwuchstänzer. Jubiläum hin oder her – im Mittelpunkt des Balls standen natürlich die jungen Tanzpaare. Doch von Nervosität keine Spur! Anmutig und äußerst souverän schwebten die Tänzerinnen und Tänzer übers Parkett.
Zwischen 1979 und 2010 hat sich viel getan. Manche Sachen verändern sich jedoch nie. Und so beginnt ein Abschlussball auch im Jahr 2010 immer noch mit dem Wiener Walzer. Diesen absolvierten die Paare am Samstagabend ohne Fehl und Tadel. Dazu passend, sang die Band „Seven Beats“ die Zeilen „Take a risk, take a chance“.
Michael Hull freut sich über den gelungenen Auftritt seiner Schützlinge. „Liebe Eltern, die erste Tanzstunde hätten Sie sehen müssen“, lacht Hull. „Da ging es zu wie bei der Fernsehsendung Bauer sucht Frau“, sagte der mehrfache deutsche Meister im Tanzsport. Denn kein Junge habe sich getraut, ein Mädchen zum Tanz aufzufordern. Die Tanzlehrer haben aber offenbar gute Arbeit geleistet. „Und so wurden aus Raubeinen handzahme Gentlemen“, betonte Hull.
Dieser Abschlussball weckte bei vielen Anwesenden Erinnerungen an vergangene Tage. „Im Jahre 1980 habe ich genau in dieser Halle meine ersten Tanzerfahrungen sammeln können“, erinnerte sich beispielsweise Carsten Külich. Er fügte lächelnd hinzu: „Eigentlich wollte ich nie Tänzer werden. Aber ich hatte eine ganz bezaubernde Partnerin. Die hat mich dann überredet. Na ja, und heute bin ich Tanzlehrer.“
Dass der Tanzunterricht für die Entwicklung eines Menschen von wichtiger Bedeutung ist, betonte Michael Hull. „Es ist nicht unhöflich, höflich zu sein“, so Hull.
Den jungen Tanzpaaren jedenfalls gefiel der Jubiläumsball. „Zum Glück ist bei unserem ersten Tanz alles glatt gegangen. Heute Abend wird natürlich noch ordentlich gefeiert“, freuten sich Julia Perwas und Lennart Hune im Anschluss an den Walzer.
Auch sie haben diesen besonderen Jubiläumsabend den Eltern von Michael Hull zu verdanken. Ein letzter Blick auf das alte Familienfoto: Es zeigt eine lächelnde Dame, die sich auch über dieses Jubiläum gefreut hätte.
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