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Stadt Osnabrück wird für fair gehandelte Produkte ausgezeichnet
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Autor: Thomas Wübker 02. Dezember 2010 15:52 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Von Pflastersteinen bis Dienstkleidung

Stadt Osnabrück wird für fair gehandelte Produkte ausgezeichnet

Osnabrück. Am kommenden Dienstag wird die Stadt Osnabrück als „Fairtrade Town“ ausgezeichnet. Dieses Siegel bekommen Städte, deren Verwaltungen, Geschäfte, Gastronomie-Betriebe und öffentliche Einrichtungen fair gehandelte Produkte anbieten und verwenden. Volker Bajus ist Kinderrechtsreferent bei terre des hommes, Ratsherr der Grünen und Mitglied der Steuerungsgruppe „Fairtrade Town“. Er meint, die Stadt könne wesentlich mehr in Sachen fairer Handel tun.

 
Initiative für Kinder: Nach der Schule fertigen junge Leute in Peru T-Shirts, Holzspielzeug und Grußkarten für den fairen Handel. Das von terre des hommes unterstützte Projekt hat die Lebensbedingungen der Kinder nachhaltig verbessert. Foto: Lisa Streicher  Vergrößern

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Wer sich in der Fußgängerzone auf die Suche nach fair gehandelten Produkten begibt, der geht dabei über Granit aus China. Der war zwar seinerzeit günstig, stammt aber aus einem Steinbruch, in dem die Arbeiter alles andere als fair behandelt wurden. Volker Bajus war vor einem Jahr selbst in einem Steinbruch in Indien, wo er gesehen hat, wie erwachsene Arbeiter in Badelatschen „in gefährlichen Situationen unterwegs waren“, Teenager mit Presslufthämmern hantierten und Zehnjährige unter schwierigen Bedingungen arbeiteten. Momentan seien Steine wieder günstig zu haben, sagt Bajus. Es gebe aber mittlerweile die zwei Sozial-Siegel „Fair Stone“ und„XertifiX“, an denen erkennbar sei, dass die Arbeiter, die diese Steine bearbeitet hätten, nicht ausgebeutet worden seien.

Bajus empfiehlt, bei den Händlern nachzufragen. „So wird bei Händlern Bewusstsein geschaffen“, sagt er. Dies gelte auch für andere Produkte wie Kleidung, insbesondere aber für „Kolonialwaren“ wie Kaffee, Kakao oder Tee, die aus der südlichen Hemisphäre unseres Planeten stammten. „Niemand kauft gerne Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit, aber viele wissen auch nicht, woher sie stammen“, sagt er. Klar sei aber, dass viele Waren bei Billig-Discountern aus ausbeuterischer Arbeit stammten.

Grundsätzlich spricht sich terre des hommes nicht gegen Kinderarbeit aus, sagt Bajus. Er berichtet von einer Bewegung in Südamerika, in der sich Kinder zusammengeschlossen haben. Sie stellen zum Beispiel T-Shirts her, die fair gehandelt werden. „Diese Kinder gehen zur Schule und werden nicht ausgebeutet“, sagt Bajus. Durch ihre Arbeit finanzieren sie sich selbst und zum Teil auch ihre Familien. „Würde man ihnen die Arbeit nehmen, dann fielen sie ins soziale Nichts“, sagt er.

Produkte mit dem Transfair-Siegel schaffen Sicherheit für Konsumenten. „Die Stadt ist ja auch ein Konsument, ein sehr großer sogar“, sagt Bajus. Osnabrück schenke zwar seit einigen Jahren fair gehandelten Kaffee aus. Aber fairer Handel erstrecke sich auch auf viele andere Bereiche wie zum Beispiel Steine oder Arbeitskleidung für die Müllabfuhr oder die Feuerwehr. „Die Stadt könnte da ein Vorbild sein“, sagt Bajus.

Das Thema „Fairer Handel“ solle weiter im Bewusstsein der Osnabrücker verankert werden, sagt Bajus. Gewünscht sei unter anderem eine Neuauflage des „Fairführers“, einer Art Stadtführer, in dem Geschäfte und Einrichtungen aufgelistet seien, die faire Produkte anböten. Ob es tatsächlich dazu komme, sei aber in Zeiten knapper Kassen fraglich, so Bajus.

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