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Osnabrücker Bischof Bode legt im Dom Schuldbekenntnis für Missbrauchsfälle ab
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Opfer um Vergebung gebeten

Osnabrücker Bischof Bode legt im Dom Schuldbekenntnis für Missbrauchsfälle ab

hav Osnabrück. Vor dem Altar des Osnabrücker Doms hat sich Bischof Franz-Josef Bode gestern flach auf den Boden gelegt. Als erster katholischer Bischof in Deutschland legte Bode in einem Bußgottesdienst teils mit bewegter Stimme ein Schuldbekenntnis für Missbrauchsfälle in der Kirche ab.

 
 
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Ein Bild, das in Erinnerung bleibt: Vor dem Altar des Osnabrücker Doms legte sich Bischof Bode flach auf den Boden und legt ein Schuldbekenntnis für die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche abgelegt. Foto: Gert Westdörp Als erster katholischer Bischof in Deutschland legte Bode in einem Bußgottesdienst teils mit bewegter Stimme ein Schuldbekenntnis für Missbrauchsfälle in der Kirche ab. Er wollte damit die Schuld vor Gott tragen, die die Kirche im Bistum Osnabrück ... ... bei Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter auf sich geladen hat. „Was hier an Menschen, an jungen und jüngsten Menschen durch Personen der Kirche getan worden ist, muss vor Gott ausgesprochen werden“, sagte Bode und bat die Opfer erneut um Vergebung.

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Er wollte damit die Schuld vor Gott tragen, die die Kirche im Bistum Osnabrück bei Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter auf sich geladen hat.

Offene Worte

„Was hier an Menschen, an jungen und jüngsten Menschen durch Personen der Kirche getan worden ist, muss vor Gott ausgesprochen werden“, sagte Bode und bat die Opfer erneut um Vergebung.

Zu Beginn des Gottesdienstes sehen die Besucher einen Einzug wie am Karfreitag: Schweigend ziehen Bode und das Domkapitel in das Gotteshaus ein, gut eine Minute streckt sich der Bischof lang vor dem Altar hin, das Gesicht in den Händen verborgen.

Bode trägt einen Chormantel in Violett, der liturgischen Farbe der Buße. Bewusst hat er als Termin für den Bußgottesdienst den ersten Adventssonntag gewählt, den Beginn des neuen Kirchenjahres. „Wir können uns nicht auf dem Weg zum Weihnachtsfest machen, ohne all das mitzunehmen, was uns in den vergangenen Monaten bewusst geworden ist“, sagt der Bischof. Damit meint er das Leid der Opfer von Missbrauch und Gewalt und die Schuld der Täter.

Bode geht ein auf Dunkelheiten und Schattenseiten einer Kirche, „in der eine Atmosphäre herrschte, die oft die Verschleierung der Taten möglich macht“. Er bekennt eine „strukturelle Sünde“ der katholischen Kirche, die Taten sexuellen Missbrauchs begünstigt habe. Bode hat nicht nur über die Vorgänge in Akten und Briefen gelesen. Er hat auch Opfern zugehört, die mühsam nach Worten rangen. Und die ein Leben lang belastet sind.

Bodes Stimme zittert, er kämpft mit den Tränen, als er im Schuldbekenntnis von Scham und Erschütterung spricht. Bislang sind 28 Fälle von Missbrauch im Bistum Osnabrück bekannt. Sie beziehen sich auf 21 Personen, davon 16 Priester, von denen elf bereits verstorben sind. Bislang ist Bode der einzige katholische Bischof in Deutschland, der angesichts der Missbrauchsskandale ein Schuldbekenntnis vor Gott ablegt. Er erinnert auch daran, dass er vor zehn Jahren im Osnabrücker Dom allgemein ein Schuldbekenntnis für die Sünden der Kirche von Osnabrück abgelegt hat – „nicht ahnend, wie bitter nötig das war“, wie er jetzt hervorhebt.


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  Leserkommentare

 
Helmut J., Mittwoch, Dezember 1, 2010 um 00:26 Uhr Buße UND Sühne? Eine noble Geste. Ein Bischof, hoher Würdenträger der katholischen Kirche, legt sich vor dem Altar nieder. Obwohl, mit dem „Persilschein“ Würde für Bischöfe ist es erst einmal vorbei. Zu sehr nagt noch die Erinnerung an Bischof Mixer an diesem Begriff. Mixer hat es verstanden, seiner Kirche mit seiner Verlogenheit und Dummheit zu schaden. Nun also hat sich Bischof Bode vor dem Altar ausgestreckt. Als Zeichen der Buße für den Mißbrauch unter seinen Kirchendächern, für das Wegschauen, für das Dulden und für das Vertuschen und Verheimlichen unzähliger Verbrechen. Nehmen wir Bode ab, daß er diesen Bußgang ernst meint.
Aber zur Schuld gehört die Sühne. Im Rahmen einer Sühne ist Wiedergutmachung unabdingbar. Wikipedia schreibt zum Begriff „Sühne“: „Als Sühne (von ahd. suona = Gericht, Urteil, Gerichtsverhandlung, Friedensschluß) wird der Akt bezeichnet, durch den ein Mensch, der schuldig geworden ist, diese Schuld durch eine Ausgleichsleistung aufhebt oder mindert.“ Wikipedia schreibt allerdings eine nachdenkliche Definition zur Religiösen Buße: „Im religiösen Kontext wird mit Sühne oder Buße der Akt bezeichnet, durch den ein Mensch, der das Verhältnis zu seinem Gott durch eine Sünde verletzt hat, wieder mit Gott versöhnt wird.“ Was meint Bode? Unterstellen wir ihm aufrichtiges Mitleiden mit den Opfern seiner Kirche und unterstellen wir ihm darum die allgemeine, zuerst genannte Definition.

Dann ist sein Hinstrecken vor dem Altar und vor seinem Gott für Gode und seine Mitbrüder ein Eingeständnis der Schuld der katholische Kirche, die kein katholischer Theologe mehr anzweifeln kann, will er Bischof Bode nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Nun gilt es, das katholische Fazit (Schuldeingeständnis) umzusetzen in aktives Handeln zu Gunsten der Heimopfer. Der evangelische Diplom Theologe Dierk Schäfer schreibt: „Ein Symbol ist hohl, wenn es keine Entsprechung im Leben hat. Ein Gebet wird zur Heuchelei, wenn es tätige Reue ersetzen soll.“
http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/04/01/symbolhandlungen-und-ihre-glaubwurdigkeit-%E2%80%93-und-die-opfer-zweiter-klasse/
Und in seinem Bußaufruf, den Schäfer vor einem Jahr veröffentlichte, schreibt er: „Dem Bußakt müssen Taten folgen. So wäre von den Kirchen und ihren Einrichtungen der Grundstock zu einer Stiftung zu legen, aus deren Mitteln Fonds einzurichten sind. Zunächst für angemessene Kompensationszahlungen an die ehemaligen Heimkinder.“
http://www.petitiononline.com/heimkids/petition.html
Warten wir also gespannt eine kurze Zeit, ob der Fall des Bischofs Bode vor dem Altar ernstgemeint ist oder nur eine Lachnummer war.

 
Ferdi S., Montag, November 29, 2010 um 20:53 Uhr @ Udo Hallo Udo,
nur nicht persönlich werden!

Lies die Regel des de Hl. Benedikt (480-547), Kapitel 22.
Ist das lang genug her für den Beginn einer umfassenden Systemanalyse?

Gruß Ferdi

 
sweet T., Montag, November 29, 2010 um 18:46 Uhr Die Show war ja nun wirklich wieder gut inzeniert... ... und die geladenen linientreuen Medienvertreter von NOZ und NDR haben sie pflichtbewusst in die Öffentlichkeit getragen.
Was bitte schön soll es bewirken, wenn man eine Schuld vor Gott trägt? Verbrechensbekämpfung auf katholische Art?
Wenn er denn allgegenwärtig ist, allwissend und allmächtig ist, der "liebe Gott", dann braucht man nichts vortragen. Dann hat er die Verbrechen unmmittelbar mitbekommen... und nicht verhindert!
Ausser etwas Sand und Bauernblind für die Augen wohl nichts gewesen!
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