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Tippspiel
Ein kleiner Piks kann Rosas Leben retten
dh Papenburg. Viele kleine Nadelstiche zeugten gestern von vielen großen Herzen. Im Papenburger Marienkrankenhaus ließen 1039 Personen ihr Blut typisieren, um Menschen, die an Leukämie erkrankt sind, zu helfen – unter anderen der zweijährigen Rosa, in deren Namen die Aktion stattfand.
Dass die Veranstaltung ein voller Erfolg wurde, zeichnete sich schon nach einer halben Stunde ab. „Wir haben bereits hundert Besucher“, berichtete Anna Fennen, Vorsitzende des Vereins Leukin. In der Eingangshalle „ging es zu wie auf einem Bahnhof“, freute sich Fennen. Nur ohne die Wartezeiten: Rund 100 Freiwillige halfen bei der Registrierung mit – nach fünf Minuten war trotz des Andrangs die Registrierung mit Blutentnahme und Kontrollen abgeschlossen.
Auch für Günther Tischer aus Westoverledingen. „Wir haben selbst kleine Kinder, da ist es wichtig zu helfen“, sagte er, während er den Fragebogen ausfüllte: Name, Alter und – besonders wichtig – die Nummer des Röhrchens für die Blutabnahme mussten auf dem Papier stehen. Dass die Angaben richtig sind, wurde dann wenige Meter weiter noch einmal überprüft. Dann ging es ins Untersuchungszimmer – ein kleiner Piks, und die Arbeit für Tischer war erledigt. „Es tat nicht weh“, aber mit den fünf Millilitern Blut könne er Leben retten – vielleicht sogar das der kleinen Rosa. Am Ende des Rundgangs musste er nur noch das Röhrchen abgeben, und sein Bogen wurde ein letztes Mal überprüft.
Das sei wichtig, da bei Verwechslungen große und unberechtigte Hoffnungen bei den Erkrankten geweckt werden könnten, erklärte Konrad Kurt Nee, Kuratoriumsvorsitzender des Krankenhauses. Denn bei Leukämie „gibt es keine Medikamente, da hilft nur die Knochenmarkspende“. Ob in Papenburg ein Spender für die zweijährige Rosa gefunden werden konnte, wird sich in zwei bis drei Wochen rausstellen. Mindestens genauso wichtig sei, dass sich im Marienkrankenhaus viele weitere Personen in die Datenbank für Knochenmarkspender hätten eintragen lassen.
Zwei Mitarbeitern aus dem Krankenhaus konnte bereits so geholfen werden, so Nee. Daher sei das Hospital auf die Idee gekommen, die Aktion gemeinsam mit Leukin in Papenburg zu organisieren. Dabei stellte die Einrichtung nicht nur die Räumlichkeiten zur Verfügung, sondern viele Mitarbeiter betreuten die Aktion oder ließen sich selbst auch typisieren. Auch für Nee war der kleine Piks selbstverständlich: „Das ist weniger Blut, als man sonst beim Arzt abgeben muss“, sagte er.
Zufrieden war auch João Meda von der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS). „Veranstaltungen mit Leukin sind immer top organisiert und Vorbild für andere Aktionen“, so Meda. Er beaufsichtigte die Typisierung, damit die Standards der DKMS eingehalten werden. Am Abend fuhr er die Blutröhrchen nach Köln, wo sie untersucht und registriert werden.
Für Leukin war es mittlerweile die 43. Typisierung. „Als wir damals vor 14 Jahren angefangen haben, waren wir schon stolz, dass 188 Leute mitgemacht haben“, erinnerte sich Anna Fennen. Diese Anzahl war gestern bereits vor dem Mittag übertroffen. Bis zum Abend waren es 1039 Personen.
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