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Nie mehr richtig dunkel
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Autor: Thomas Wübker 26. November 2010 18:43 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Vortrag über Lichtverschmutzung und ihre Folgen

Nie mehr richtig dunkel

Osnabrück. Wann haben Sie zum letzten Mal die Milchstraße am nächtlichen Himmel gesehen? Haben Sie sie überhaupt schon mal gesehen? Die zunehmende Lichtverschmutzung blockiert den Blick auf den Sternenhimmel. Auch Mensch, Tier, Natur und die Kassen der Kommunen leiden darunter, dass die Nacht immer heller wird. Darüber sprach der Astronom Dr. Andreas Hänel im Museum am Schölerberg.

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Weltweit nimmt die Lichtverschmutzung zu. Im Naturpark „terra.vita“ wird momentan die aktuelle Lichtverschmutzung im Osnabrücker Land gemessen. Laut Hänel hat der Europarat am 12. November beschlossen, etwas dagegen zu tun. In dem Papier zu dem Beschluss ist auch erwähnt worden, dass die Milchstraße in Osnabrück nicht mehr zu sehen sei. In diesem Zusammenhang präsentierte Hänel eine Umfrage des Emnid-Instituts aus dem Jahr 2002. Damals gab ein Drittel aller Befragten an, die Milchstraße noch nie gesehen zu haben. „Das ist jetzt wahrscheinlich noch krasser“, kommentierte der Astronom, der das Osnabrücker Planetarium leitet.

Der Nachthimmel werde häufig durch ineffiziente Straßenlampen aufgehellt, sagte Hänel. Bäume, Kirchen oder andere Gebäude werden von unten angestrahlt: „Dabei gehen 90 Prozent des Lichts verloren.“ Zudem habe dieses permanente Licht Auswirkungen auf die Natur. Hänel zeigte das Foto einer Birke, die an Silvester noch Blätter trug.

Nach Schätzungen eines Mainzer Wissenschaftlers kommen pro Sommernacht 1200 Millionen Insekten durch helle Lampen um. Vögel werden von dem Licht irritiert und kollidieren mit angestrahlten Gebäuden. Die Lichtverschmutzung soll nach Ansicht amerikanischer Wissenschaftler auch dafür verantwortlich sein, dass Tiere immer dicker werden.

Es ist zudem nicht ausgeschlossen, dass die permanente Lichteinstrahlung bei Menschen Krebs auslöst. Wer nachts arbeitet, sei besonders gefährdet, so Hänel. Das Hormon Melatonin wird bei Dunkelheit im Körper produziert. Es steuert den Tag-und-Nacht-Rhythmus und unterdrückt das Wachstum von Krebszellen. „Blinde und Eskimos erkranken weniger an Krebs als zum Beispiel Nachtarbeiter“, sagte Hänel.

Als Lösung gegen die Lichtverschmutzung helfen laut Hänel voll abgeschirmte Leuchten, die nur nach unten strahlen. So würde weniger Energie verbraucht. Noch weniger Energie wird benötigt, wenn die Straßenlaternen abgeschaltet werden. In Georgsmarienhütte wird schon seit mehr als 30 Jahren nachts jede zweite Lampe abgeschaltet. In Osnabrück werde mit diesem Gedanken gespielt, sagte Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer auf Nachfrage.

Zunächst sollten Straßenlaternen mit energieeffizienten Leuchtmitteln ausgerüstet werden, die nicht so hell strahlen. Am Sonnenhügel würden momentan zwei Typen von LED-Leuchten getestet. Durch die teilweise Abschaltung und Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten wolle etwa die Stadt Herford in diesem Jahr 120000 Euro einsparen.

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