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Tippspiel
Betrug in immer neuem Gewand
Altkreis Wittlage. Wenn Post von einem Inkasso-Unternehmen ins Haus flattert, dann kann das schon für eine gewisse Unsicherheit sorgen. Wer will schon Ärger mit Geldeintreibern?
Und genau diese Unsicherheit machen sich Betrüger zunutze,
So haben auch im heimischen Raum einige Bürger Post von „Germania Inkasso Dezernat AG – Forderungs- & Debitorenmanagement –“ erhalten. In diesem scheinbar seriös daherkommenden Schreiben heißt es: „ ... unser Mandant (ETM Medien Marketing) hat uns bevollmächtigt, die unten aufgeführte und angemahnte Forderung aus Ihrer telefonischen Anmeldung zum Dienstleistungsvertrag 200 Gewinnspiele/EuroWin einzuziehen.“ Gefordert wurden 108 Euro und 40 Cent. Ein Überweisungsträger lag bei, ferner eine Erklärung zur Einzugsermächtigung bei Ratenzahlung.
Diese Forderungen erhielt auch eine Frau aus Bad Essen-Barkhausen, die diese Betrugsmasche sofort erkannte, umgehend per E-Mail Widerspruch erhob und erklärte, dass sie weder telefonisch noch schriftlich eine Zusage zu irgendeinem Gewinnspiel gegeben habe und auch keiner kostenpflichtigen Dienstleistung mit persönlichen Daten zugestimmt habe. Die Frau erstattete Strafanzeige.
„Diese Art von Kriminalität in direktem, indirektem oder vermeintlichem Zusammenhang mit Internetnutzung hat sehr stark zugenommen“, erläutert ein Sprecher der Polizeistation Bohmte. In immer neuen Varianten werde mit solchen und ähnlichen Schreiben versucht, Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Rechnung der Ganoven, die nur schwer dingfest zu machen sind, weil immer neue Firmen gegründet werden, ist einfach. Wenn bei 100000 Anschreiben beispielsweise nur zehn Prozent zahlen, dann können die Betrüger 10000-mal 108,40 Euro auf ihrem Konto verbuchen. Die Polizei rät deshalb: Auf keinen Fall zahlen und vielmehr dagegen anschreiben, also schriftlich mitteilen, dass die Forderung nicht anerkannt wird (Musterbriefe im Internet unter betrug.de). Die Polizei informieren und abwarten, ob dann überhaupt eine gerichtliche Mahnung kommt.
Das Internet als anonymes Medium hat für einen sprunghaften Anstieg bei den Betrugsfällen gesorgt. Die aktuelle Gesetzeslage erschwere die Strafverfolgung sogar, heißt es aus Polizeikreisen. Deshalb sei Vorsicht nicht nur bei Inkasso-Briefen geboten, sondern immer dann, wenn im Internet persönliche Daten abgefragt werden.
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