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Lehrreich auch ganz ohne Lehrer
bü Sögel. Der Schulabschluss naht, und viele Jugendliche treibt die Sorge um: „Was mache ich bloß danach?“ Ratlosigkeit, die auch Angela Eilermann, Religionslehrerin an der „Schule am Schloss“ in Sögel, immer wieder erlebt. Mit einer Informationsveranstaltung zum „freiwilligen sozialen Jahr“ sollte nun rund 100 Zehntklässlern eine weitere Perspektive geboten werden.
Auch für Christin von der Wellen aus Berge rückte mit dem nahenden Abitur im vergangenen Sommer die Frage nach der beruflichen Zukunft in den Mittelpunkt. Interessant schien für sie die Arbeit mit Jugendlichen, denn die kannte sie schließlich schon aus der Gruppenleiterkurs-Arbeit. „Aber würde mir dies auch hauptberuflich Spaß machen?“, fragte sich die heute 19-Jährige. Aus diesem Grund entschied sie sich für ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) beim Bistum Osnabrück, „um meine Interessen genau zu überprüfen“.
Die Gelegenheit dazu hat sie seit September. Seitdem absolviert sie ein FSJ in der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel. „Zu meinem Arbeitsbereich gehören Tätigkeiten im pädagogischen Bereich sowie in der Hauswirtschaft und der Verwaltung“, erklärte sie den rund 100 Sögeler Realschülern. Die Entscheidung für diese Aufgabe habe sich als richtig erwiesen.
Laut Claudia Feller, zuständig für den Bereich Freiwilligendienste im Bistum, geht es vielen Jugendlichen ähnlich wie Christin. Aber auch der Wunsch nach Praxis im Anschluss an die von Theorie geprägte Schulzeit oder die Überbrückung von Übergangszeiten seien häufige Motive.
Grundsätzlich können sich alle Jugendlichen zwischen 16 und 27 Jahren, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, beim Bistum für ein FSJ bewerben. Die Diözese, als Träger lädt die Interessenten zu einem Bewerbungsgespräch ein, bei dem die Einsatzstellen, wozu kirchliche und soziale Einrichtungen zählen, vorgestellt werden. Das Bistum versucht dann, den Jugendlichen aus den mittlerweile rund 180 Einsatzstellen die gewünschte Einrichtung zuzuweisen.
Die Betreuung umfasst laut Feller neben der einjährigen Hilfstätigkeit auch fünf Seminarwochen sowie eine persönliche Begleitung. Weitere Möglichkeiten im Bistum Osnabrück für Jugendliche sind ein Freiwilligendienst im Ausland sowie ein Kurzzeitfreiwilligendienst, eine verkürzte Form des FSJ. Zudem wurden den Schülern im Rahmen der Informationsveranstaltung spezielle Ausrichtungen eines Freiwilligenjahres aufgezeigt, so ein freiwilliges kulturelles Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr.
Hannah Uchtmann, die derzeit ein FSJ Sport beim Haus des Sports in Sögel ableistet, berichtete von dieser besonderen Aufgabe. So ist sie für die Betreuung von Lehrgängen, Kooperationen mit Schulen sowie Verwaltungsarbeit zuständig. Träger dieses Jahres im Sinne des Sports, das ebenfalls durch Seminare begleitet wird, ist der ASC Göttingen.
„Es ist eine Chance für euch, etwas auf den Weg zu bringen, anstatt aus Perspektivlosigkeit einfach eine weiterführende Schule zu besuchen“, appellierte Lothar Schulz, Leiter der „Schule am Schloss“, an die Schüler. Ein FSJ könne ein Weg zur persönlichen Reifung der Jugendlichen sein.
Weitere Infos zu Freiwilligendiensten im Bistum im Internet unter www.arbeitsstelle-freiwilligendienste.de.
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