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Landfrauen zwischen Walken, Wok und Webseite
Buer. „Landfrauenverein? Aber ich habe doch gar keinen Hof!“ Der Einwand hält sich hartnäckig. Dabei haben 60 Jahre nach seiner Gründung im Landfrauenverein Buer nur noch die wenigsten Mitglieder eine aktive Verbindung zur Landwirtschaft. Stattdessen widmet sich der Verein mit einem weiten Spektrum an Veranstaltungen der Weiterbildung und Freizeitgestaltung und der Geselligkeit.
Ein Blick in die alten Protokollbücher verrät: Der Wandel der Zeit ging auch am Landfrauenverein nicht vorüber. Gemüsegarten und Beerenobst, Hühnerzucht und -haltung oder Informationen über das Schlachten bestimmten im ersten Jahr nach der Gründung das Vortragsprogramm. Seither hat sich das Angebot an Veranstaltungen, das sich längst nicht mehr auf die saat- und erntefreie Zeit beschränkt, vervielfacht. Und die breite Vielfalt an Themen wendet sich bewusst an alle Alters- und Interessengruppen.
Vom Kabarett bis zum Kochen im Wok, vom Nordic Walking bis zur Osteopathie spannt sich dabei der Bogen. Fahrten und Ausflüge bereichern das kontrastreiche Programm. Und selbst vor einem Schnupperkurs im Metallbau schrecken die Bueraner Landfrauen nicht zurück. Da erscheint es schon fast selbstverständlich, dass der Verein mit einer eigenen Webseite längst im Internetzeitalter angekommen ist. Das Engagement im Ort blieb dagegen über die Jahrzehnte unverändert – und das beschränkt sich nicht auf Kuchenbacken und Kaffeekochen.
So bringen die Landfrauen alljährlich zum „Tag der Milch“ die Grundschüler mit einem gesunden Frühstück auf den Geschmack. Auch das gemeinsam mit den beiden Kirchengemeinden ausgerichtete Frauenfrühstück steht fest in ihrem Programm. Für die Besucher der Landesgartenschau zauberten sie in ihrem Jubiläumsjahr traditionsreiche Köstlichkeiten aus Kürbis. Und im Martini-Kindergarten freuen sich die Jungen und Mädchen seither über eine schmucke Erntekrone.
Die bunte Vielfalt, von der derzeit auch eine Ausstellung in der örtlichen Sparkassenfiliale zeugt, kommt an. Dem Landfrauenverein Buer beschert sie in einer Zeit, in der viele Vereine um ihre Mitglieder kämpfen, seit über zehn Jahren eine stabile Mitgliederzahl. Dabei versteht sich der Jubiläumsverein mit seinen übergeordneten Verbänden auch als politische Interessenvertretung – und die gilt natürlich allen Frauen auf dem Lande.
Immerhin ist die Vorsitzende Christa Ballmeyer selbst das beste Beispiel für das moderne Selbstverständnis des Landfrauenvereins: „Ich wohne in einer Siedlung und habe nicht einmal einen Gemüsegarten“, gesteht sie freimütig. Weder Hof noch Hektar? Im Landfrauenverein Buer ist das kein Problem!
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