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Der Dinosaurier im Comedy-Geschäft
asr Bad Rothenfelde. „Das ist viel besser, als ich erwartet hatte“, zeigten sich einige Gäste überrascht von der Bühnenshow, die Mike Krüger im Kurhaus ablieferte. Der gute alte Onkel Mike – er ist eben auch mit 58 Jahren noch für so manche Überraschung gut. Am Mittwochabend dürfte er den einen oder anderen Fan dazugewonnen haben.
Mike Krüger ist der Dinosaurier in der deutschen Comedylandschaft. Mit viel Charme machte er am Mittwochabend seine Scherze über Gott und die Welt, konnte aber auch über sich selber lachen. „Eine gelungene Mischung von Gags und Liedern“, fanden die Zuschauer im voll besetzten Kurhaus. Da war es leicht zu verzeihen, wenn der ein oder andere Scherz auch mal unter die Gürtellinie ging.
Seit genau 35 Jahren ist der Hamburger nun im Geschäft. Derzeit ist er mit seinem Programm „Is das Kunst, oder kann das weg?“ unterwegs. Das Bühnenbild zeigte einen Stapel Umzugskartons. Während der zweistündigen Show sortierte der Komiker gnadenlos aus, was Kunst und was Kitsch ist. Vieles erwies sich als zeitlos, so zum Beispiel viele Songs, die Krüger im Laufe seiner Karriere geschrieben hat. Ein bisschen verstaubt, aber viel zu schade zum Wegwerfen erwies sich unter anderem der 1980 entstandene Song „Der Nippel“, den das Publikum natürlich aus dem Effeff mitsingen konnte.
In seiner zweistündigen Show berichtete Krüger über seine Kindheit, seine Bundeswehrzeit, seine Frauengeschichten und seine Kneipentouren. „Ich trinke nur an Tagen mit g und mittwochs“, sagte er. „Alkohol ist aber keine Lösung – sondern ein Destillat“, so der 58-Jährige. Bei der Gelegenheit richtete er gleich ein paar mahnende Worte an Publikum: „Trinken Sie nicht, wenn Sie Auto fahren müssen.“ Krüger gab zu, dass er in solchen Fällen, wenn auch ungern, seine Frau fahren lasse. Er nehme dann auch ihre Eigenarten in Kauf, dass sie beispielsweise niemals blinke. „Sie sagt, es gehe keinen etwas an, wo sie hinwolle.“
Neben vielen privaten Anekdoten stürzte sich der Komiker natürlich auch auf die, die in der Öffentlichkeit stehen. Die Skandale der Promis sind eben nicht nur für den Paparazzo ein gefundenes Fressen, sondern auch für gestandene Komiker wie Mike Krüger, der sich selbst niemals einen Skandal leistete und auch nie im Dschungelcamp war. Naddel und Verona, Boris Becker und Lothar Matthäus, alle bekamen ihr Fett weg: „Silberhochzeit bedeutet nicht, dass man 25-mal verheiratet war – auch wenn die Promis das glauben“, sagte er.
Auch zu tief greifenden Gedanken über den Sinn und Unsinn des Lebens zeigte sich der Hamburger fähig. So sinnierte er darüber nach, was Schmetterlinge im Bauch haben, wenn sie verliebt sind, warum Pizzaverpackungen eckig sind und wieso 24-Stunden-Tankstellen Schlösser in den Türen haben.
Mit Leichtigkeit und Charme trieb der Entertainer und Liedermacher den Gästen immer wieder Lachtränen in den Augen. Er bewies, dass er nicht umsonst im vergangenen Jahr den Deutschen Comedy-Preis erhalten hat. Und dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Die Gäste im Kurhaus waren begeistert und honorierten den Auftritt mit viel Applaus.
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