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Hände hoch zum Luxuslärm!
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Autor: Anne Reinert 03. Oktober 2010 15:20 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Auftaktkonzert der Jugend-Kultur-Tage

Hände hoch zum Luxuslärm!

Osnabrück. Dass Luxuslärm mit ihrem Konzert die Jugendkulturtage eröffneten, war dem Großteil des Publikums im Haus der Jugend wohl kaum bewusst. Aber was soll’s. Die Fans waren restlos begeistert – egal aus welchem Anlass die Band nun da war.

 
„Hammergeil!“ Luxuslärm-Sängerin Jini mag „Osnabrüüüück“ – und Osnabrück mag sie.Foto: Hermann Pentermann  Vergrößern

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Das Kameraobjektiv des Fotografen schwenkt von einer Seite zur anderen. Gar nicht so einfach, die junge Dame auf der Bühne im Bild einzufangen. Luxuslärm-Sängerin Jini ist ein Energiebündel, das kaum eine Sekunde auf einer Stelle stehen bleibt. Doch der Bewegungseinsatz der Frontfrau lohnt sich. Das Publikum geht bei allem, was Luxuslärm bei ihrem Konzert im Haus der Jugend macht, voll mit.

Das gilt auch für das Unplugged-Set in der ersten Hälfte des Abends. „Nicht jetzt schon weinen“, ermahnt eine junge Zuhörerin ihre Freundin, als Jini die akustische Version des sehnsuchtsvollen „Vergessen zu vergessen“ ankündigt, und nimmt sie schon mal vorsorglich in die Arme. Und die Sängerin zeigt sich erleichtert darüber, dass auch die ruhigen Varianten der Luxuslärm-Lieder gut ankommen. Den größten Teil des Abends geht es auf der Bühne allerdings schneller und lauter zu.

Dabei sind die Themen der Band aus dem westfälischen Iserlohn gar nicht so lärmig: Unerfüllte Liebe, zerbrochene Beziehungen, Sehnsucht – darum dreht es sich in den Rock-Pop-Songs à la Silbermond. Das ist natürlich wie immer in der Popmusik Geschmackssache. Doch Luxuslärm trifft eindeutig Nerv und Gefühl ihrer Fans. Kein Lied, das ohne tosenden Applaus und begeisterte Pfiffe ausklänge.

Dass mit dem Konzert die Jugend-Kultur-Tage eröffnet werden, spielt so gut wie keine Rolle. Lisa (20) und Sabrina (22) schütteln jedenfalls den Kopf, als sie gefragt werden, ob sie wissen, dass das Konzert die zweite Ausgabe der Veranstaltungsreihe eröffnet. Sie sind gekommen, weil sie die Musik von Luxuslärm lieben. Das gilt auch für die meisten anderen im Saal. Ein 35-Jähriger lobt die Bühnenpräsenz und die „tolle Stimme“ von Sängerin Jini. Dass Luxuslärm die JugendKultur-Tage eröffnet, hält er mit Blick auf das Publikum, das größtenteils aus Twentiesomethings besteht, für passend. Zumal er selbst auch gern ein solches Angebot aus Workshops und Auftritten für sich gehabt hätte, als er noch jünger war. Eine 45-jährige Zuhörerin, die eine Freundin begleitet, ist für das Konzert sogar seit 30 Jahren zum ersten Mal wieder im Haus der Jugend.

Die Begeisterung des Publikums setzt sich auf der Bühne fort, wo Sängerin Jini immer wieder ein lautes „Osnabrüüüück!“ oder „hammergeil“ ins Mikro ruft. „Ihr geht hier nicht eher weg, bis ich es geschafft habe, dass jeder einzelne von euch die Hände hochhebt“, droht sie sogar. Das könnte glatt als Erpressung gewertet werden. Doch übel nimmt ihr das keiner. Stattdessen recken fast alle im Saal ganz freiwillig ihre Hände in die Höhe.

Und so klingt es auch glaubwürdig, wenn die Luxuslärmer ihren Song „Letzter Tag“ damit ankündigen, dass sie in den letzten 24 Stunden ihres Lebens nichts anders tun würden, als ein Konzert zu geben. Wobei, vom letzten Tag der Karriere ist Luxuslärm mit Sicherheit noch weit entfernt. Die Band startet ja gerade erst durch.

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