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„Hähnchenmast gefährdet den Tourismus“
Bad Iburg. Jetzt wird der Landtag um Hilfe gebeten. Mit einem Schreiben an den Petitionsausschuss will der Bad Iburger Ortsverband der Grünen erreichen, dass die in Ostenfelde geplante Mastanlage für 84000 Hähnchen nicht gebaut werden darf.
Das Genehmigungsverfahren läuft. Der öffentliche Erörterungstermin ist für den Herbst geplant. Manfred Tobergte von den Iburger Grünen begründet die Ablehnung unter anderem mit der erhöhten Seuchengefahr und einer Gesundheitsgefährdung für die Menschen im Umkreis der Mastanlage. Durch den elf Meter hohen geplanten Abluftturm werde die Luftverschmutzung lediglich verlagert. Im Ergebnis würden sowohl Grob- als auch Feinstaub und Gase wie Ammoniak bis in Wohngebiete und Kurbereich vordringen.
Insbesondere das Ammoniak könne ein weiteres Problem mit sich bringen: Es könnte nach Ansicht der Grünen Technik und Außenfassade der nahe gelegenen Windkraftanlagen nachhaltig schädigen, denn die geplante Hähnchenmastanlage liegt in einem Vorranggebiet für Windkraft. Der neue Betrieb würde diesen Vorrang aushebeln.
Zudem beeinträchtige die Anlage den Erholungswert des Kneipp-Kurortes erheblich. Das regionale Raumordnungsprogramm sehe für Bad Iburg Tourismus und Fremdenverkehr als vorrangige Nutzung vor. Das erfordere, so die Grünen, eine Schonung der Außenbereiche, die für Wander- und Fahrradtourismus beworben würden.
Aus Sicht der Grünen darf deshalb keine Genehmigung für eine Mastanlage ausgesprochen werden. Diese würde einen Präzedenzfall schaffen, der für weitere Verwaltungsentscheidungen in Bezug auf Mastanlagen maßgeblich werden könnte.
Zudem sei die Haltung von 84000 Hähnchen in einem Stall Tierquälerei. Bioethische, moralphilosophische und moraltheologische Grundsätze geböten Respekt vor der Kreatur. Dagegen reduziere die Massentierhaltung Leben zu einem Industrieprodukt. Die Überschwemmung der Weltmärkte mit Billigagrarprodukten nehme weiterhin der notwendigen Entwicklung der Landwirtschaft in der Dritten Welt jede Chance. Aus diesen Gründen müsse nicht nur der Iburger Fall genau überprüft werden, sondern die Genehmigungspraxis für solche Anlagen allgemein. Und noch eine Forderung haben die Grünen an den Landtag: Er soll ein Gesetzgebungsverfahren einleiten. Ziel: die Ausräumung der beschriebenen Zielkonflikte.
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