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Teamarbeit vor dem Supermarkt
Bramsche. Ziemlich überrascht schauen die Kunden des Combi-Einkaufsmarktes in der Bramscher Innenstadt an diesem Morgen. Vor dem Eingang steht ein Lama. Fast schon mechanisch rüttelt der Mann, der es am Strick hält, mit der Dose, in die Passanten hier und da ein Geldstück stecken.
Den ganzen Tag harrt das Gespann aus Mensch und Tier vor dem Supermarkt aus. Die alltägliche Tristesse im Versuch, einem Mini-Zirkus das Überleben zu sichern? Tristesse? Bernd, auf dessen Vornamen wir uns nach dem gescheiterten Versuch, seinen Nachnamen zu buchstabieren, einigen, wird der Tag weder lang noch will er sich beklagen.
Wie es dazu kam, dass er vor rund fünf Jahren bei einem Mini-Zirkus als Arbeiter anheuerte? Bernd winkt ab. Wie das Leben halt so spielt. 54 Jahre alt ist er und ausgesprochen tierlieb. Mit Hansi hält er immer wieder Zwiesprache, zumal es auch wirklich wichtige Dinge im Team zwischen Lama und Mensch zu regeln gibt. Die Frage zum Beispiel, ob Hansi beim Erledigen kleiner oder großer Geschäfte den Eimer trifft, den Bernd ihm beflissen immer wieder unter den Körper rückt. „Wir wollen hier doch keinen Ärger“, sagt Bernd, der mit den Menschen in der Bramscher Fußgängerzone durchweg gute Erfahrungen macht.
So manche Münze wandert in seine Dose. „Der ist ganz lieb“, sagt Bernd immer wieder, wenn vor allem Kinder fragen, ob sie den ungewöhnlichen Gast vor dem Einkaufsmarkt streicheln dürfen.
Einen Teppich hat Bernd seinem Hansi mitgebracht, auf dem das Lama zwischendurch immer mal wieder Platz nimmt. Der Zirkus, zu dem ein weiteres Lama, drei Ponys, zwei Kamele und ein Hund zählen, hat in Bramsche gastiert und befindet sich noch auf Bramscher Gebiet. Wo genau, das weiß Bernd nicht. Was er sicher weiß: Am Abend wird ihn wieder jemand mit dem Auto und einem Anhänger abholen. Ob er morgen wieder zum Supermarkt kommt? Man wird sehen. Bernd weiß es nicht und beklagt sich nicht. Das Einzige, was ihm gar nicht gefällt: Die Menschen gehen heute zu wenig in den Zirkus. „Seitdem die alle einen Computer zu Hause und ein Handy in der Tasche haben, geht ja keiner mehr vor die Tür“, sagt er. Schlechte Zeiten für einen kleinen Zirkus. Und viele weitere Tage Teamarbeit vor dem Supermarkt.
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07.04.2012
