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„Raus aus dem Abseits“
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Quelle: kmoe/Neue Osnabrücker Zeitung 19. September 2010 20:25 Uhr

Straßenzeitung feierte 15-Jähriges an der Bramscher Straße

„Raus aus dem Abseits“

kmoe Osnabrück. Seit viertel nach sechs am Morgen ist Eckhard Preußner unterwegs. Es gibt den ganzen Tag über etwas zu tun – fahren, tragen, aufbauen, erklären. Freiwillig. Viele Hände halfen am Samstag mit, das Fest zum 15-jährigen Bestehen der Straßenzeitung Abseits?! zu gestalten.

 
Jongleur Hasso zeigte beim Straßenfest auch erwachsenen Besuchern, wie die Balance gehalten wird.Foto: Thomas Osterfeld  Vergrößern

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Eines sollte das Straßenfest vor dem Haus der Wohnungslosenhilfe an der Bramscher Straße 11 sein: würdevoll. Und gewürdigt wurde es. Dass das Heft nach 91 gedruckten Ausgaben und Tausenden Käufern fest in der Stadtkultur verankert ist, zeigte sich am Echo auf den Geburtstag: Noch bis zum Abend war das Fest sehr gut besucht. Außer den Nutzern der Tageswohnung und den Abseits!?-Verkäufern brachten sich auch die rund 70 ehrenamtlichen Helfer von Zeitung und Wohnung ein – als Bedienung an Bratwurst- und Reibekuchenstand, beim Losverkauf und bei der Kinderbelustigung mit Kistenrutsche und Hüpfburg etwa. Das Gros der Besucher machten Unterstützer von Abseits!? aus, darunter viele regelmäßige Käufer. Selbst die Bühnenkünstler – vom Wallenhorster Blasorchester bis hin zur Sofaband am Abend – spielten ohne Gage. Die Technik wurde gestellt.

Für Eckhard Preußner war das Fest eine Gelegenheit, etwas zurückzugeben – so wie ihn die Wohnungslosenhilfe auch immer unterstützt, wenn er sie braucht. „Seit eineinhalb Jahren verkaufe ich die Zeitung“, sagt Preußner. Vor einem Supermarkt in Belm. „Manchmal die ganze Woche über. Vier bis fünf Stunden pro Tag. Manchmal an drei Tagen. Wie ich Zeit habe.“ An allen Tagen fährt der 59-Jährige mit dem Rad von Osnabrück nach Belm und zurück. „Man lernt Leute kennen“, erzählt er. „Man quatscht auch miteinander.“

Die Hälfte des Heftpreises von 1,10 Euro geht an den Verkäufer. Allerdings: „Wieder Motivation“ zu bekommen, „etwas Eigenes anzugehen“, sei besonders wichtig, erklärt Thomas Kater, Sozialpädagoge und Leiter von Abseits!?. Über neue Kontakte hätten Verkäufer schon Jobangebote bekommen.

Akzeptanz war auch die wichtigste Botschaft für Oberbürgermeister Boris Pistorius am Nachmittag: „Wir können alle dazu beitragen, dass das Abseits, in dem sich wohnungslose Menschen oft befinden, aufgehoben oder gemildert wird.“ Preußner hatte sein Engagement dafür am Samstag fest im Blick: Am Abend wartete auf ihn noch der Küchendienst. Für alle.

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