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Wie das Veilchen im Moose
Wallenhorst. Lang anhaltenden Applaus und Zugaberufe erntete Diplom-Pädagogin Maike Carls für ihren humorvollen Vortrag über „Das ewig schlechte Gewissen“ beim Wallenhorster Frauenfrühstück in der Gaststätte „Zum alten Kloster“ in Rulle.
„Ich habe schon ein ganz schlechtes Gewissen“, eröffnete Organisatorin und Frauenbeauftragte der Gemeinde Wallenhorst Kornelia Böert schmunzelnd, aber ganz im Sinne des Themas. Dass dieses zehnte Frauenfrühstück das Erste in diesem Jahr war, störte die 185 Frauen an diesem Morgen nicht, ist doch diese Veranstaltung inzwischen eine feste Einrichtung für Gespräche unter Frauen und für abwechslungsreiche Vorträge.
Referentin Maike Carls war nach eigenen Angaben in früheren Jahren selbst eine Spezialistin für schlechtes Gewissen. „Ich hatte den klassischen 50-Euro-Gang“, beschreibt sie sich selbst und geht mit gesenktem Kopf auf der scheinbaren Suche nach Scheinen von links nach rechts. Erst Weiterbildungen im Bereich des Humortrainings hätten aus der inzwischen 53-Jährigen einen verträglicheren Menschen gemacht.
Wo kommt das schlechte Gewissen eigentlich her, und warum sind gerade Frauen dafür besonders begabt? Ein Blick in die Poesiealben der Mädchen hilft: „Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam bescheiden und rein…“ sei dort häufig zu finden.
Auch einige Frauen im Saal wussten entsprechende Sinnsprüche beizutragen, die deutlich machten, was sie häufig sind: ungeschriebene Gesetze, die zur Folge haben, dass wir uns nicht wohlfühlen, wenn wir nicht so sind, wie wir zu sein haben.
Was macht es dann mit mir, das schlechte Gewissen? „Es engt meinen Bewegungsspielraum ein“, erklärte Carls. „Wir werden knitterig, im Gesicht und im Kopf.“ Es komme der Wolf in uns zum Vorschein, von Carls auch gerne „der Essigabschmecker“ genannt: „Wer hat das gemacht?“, ließ die Referentin eine Wolfspuppe drohend sprechen. Ein Verhalten, das auch ihre Kinder häufig zu spüren bekommen hätten. Was ist dagegen zu tun?
Eine Stoffgiraffe machte es deutlich: das Problem von oben betrachten und damit eine andere Perspektive einnehmen. „Nehmen Sie Komplimente an“, riet die Referentin und fragte zum Schluss: „Was sehen Sie, wenn Sie am Abend in den Himmel schauen?“ Die Sterne, nicht das Schwarze.
So sollte es auch im Leben sein, meint Carls: auch dort die Sterne zu sehen und nicht das Schwarze.
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