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Bramscher Eltern laufen gegen Lehrerin Sturm
be/fhv Bramsche/Osnabrück. Die heile Welt der Martinusschule in Bramsche ist aus den Fugen geraten: Eine Elterninitiative protestiert auf das Heftigste gegen die Methoden einer neuen Lehrkraft, die nach den Sommerferien an die katholische Grundschule gekommen ist. Die Lehrerin war im vergangenen Schuljahr noch an der Osnabrücker Overbergschule tätig.
Jüngster Akt in diesem Konflikt: Am Montag wurden 14 von 18 Schülern der Klasse dieser Lehrkraft „bis auf Weiteres krankgemeldet“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative „Pro Martinusschule“ an alle Eltern. Diese Initiative hat sich aus dem Protest gegen Vorkommnisse in den Unterrichtsstunden der neuen Lehrkraft geformt.
Peter Forkert ist einer der Sprecher dieser Initiative. Was der Vater von den Erlebnissen der Schulkinder berichtet, klingt dramatisch: Siebenjährige würden aus nichtigem Anlass angebrüllt, Toilettengänge würden willkürlich verboten. Binnen kürzester Zeit sei so in der Klasse eine Atmosphäre der Angst entstanden. Ein Kind habe sich sogar eingekotet, weil es sich nicht traute, die Lehrkraft nach der Erlaubnis zum Toilettengang zu fragen.
Initiative will Vorfälle zusammentragen: „Es hagelt E-Mails“
Schon relativ kurz nach den Ferien beriefen die Eltern deshalb einen Elternabend mit der neuen Lehrkraft ein. Die habe „einen hysterischen Wutausbruch“ bekommen, als die Eltern sie mit den Vorwürfen konfrontierten, erinnert sich ein Teilnehmer dieses Treffens.
Die Eltern nahmen daraufhin Kontakt mit Erziehungsberechtigten von Kindern in anderen Klassen auf, um sich nach deren Erfahrungen mit der neuen Kraft zu erkundigen. „Die Kinder der ersten Klasse berichten über ähnliche Vorfälle, die wir derzeit noch zusammentragen“, sagt Peter Forkert. Das Interesse sei groß: „Es hagelt E-Mails.“ Forkert berichtet vom Fall eines Erstklässlers, der an seinem allerersten Schultag ein Donnerwetter über sich ergehen lassen musste, weil er seinen leeren Kakaobecher auf seinen Tisch gestellt hatte. Seitdem wolle das Kind nicht mehr zur Schule. Einige Eltern wollten nach diesen Informationen selbst am Unterricht teilnehmen, um sich ein eigenes Bild machen zu können. Dies habe die Lehrkraft abgelehnt. „Das spricht für sich“, findet Forkert.
Am letzten Freitag folgte der nächste Eskalationsschritt: Schriftlich sprechen „die Eltern der Klasse“ der Lehrkraft „unser Misstrauen im Umgang mit unseren Kindern aus und erwarten, dass Sie per sofort unsere Kinder nicht mehr unterrichten“.
Dienstaufsichtsbeschwerde an vorheriger Dienststelle
Auch an der vorherigen Dienststelle der Lehrkraft in Osnabrück habe es Probleme gegeben. Hier habe sogar der Schulelternrat eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht, „die offensichtlich durch eine Vielzahl von ernst zu nehmenden Vorfällen gestützt wird“, wie die Eltern in Erfahrung gebracht haben.
Ein Sprecher der Landesschulbehörde in Lüneburg bestätigte gestern die Zuspitzung der Ereignisse in Bramsche. Im Ergebnis sei der „Schulfriede“ aktuell gestört, weshalb die Schulaufsicht in Person der zuständigen Dezernentin die Lehrkraft „begleite“.
Zur Vorgeschichte hieß es aus Lüneburg gestern weiter, die Lehrerin habe bis zum Frühjahr an der Overbergschule unterrichtet. Dann sei sie zunächst krankgeschrieben, vor den Sommerferien aber noch einmal als Schwangerschaftsvertretung an der Grundschule in Gellenbeck eingesetzt gewesen.
„Erschreckend, aufrüttelnd und grausam“
Der Bramscher Schulleiter Hermann Heeger wie auch die zuständige Dezernentin der Landesschulbehörde möchten Vorwürfe und Vorfälle zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren. Für den Dienstagabend war ein weiteres gemeinsames Gespräch angesetzt, das bei Redaktionsschluss noch nicht beendet war. Mit Beschwichtigungen wollen sich Peter Forkert und seine Mitstreiter nicht zufriedengeben: Die Vorkommnisse seien „erschreckend, aufrüttelnd und grausam“.
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Gern werden solche Aktivitäten von Behörden als "Hetzkampagne" gegen eine Lehrkraft angeprangert. Dabei sollte man den Bürgern, die Zivilcourage zeigen, eigentlich dankbar sein.
Eine erfreulich große Gruppe hat sich hier mit einem sehr positiven Ziel zusammengefunden. Ihnen gefiel ihre Schule sehr gut, Kinder und Eltern waren zufrieden, ihre kleine Schulwelt war in Ordnung - bis die besagte Lehrkraft an die Schule vesetzt wurde.
Plötzlich ging es den Kindern schlecht..
Und die Eltern taten das, was gute Eltern tun, und wozu sie per Gesetz verpflichtet sind. Sie suchten nach den Ursachen und versuchen zu helfen.
Die Probleme müssen in ihrer Gesamtheit erfasst werden und dazu reicht keine 1-stündige Hospitation der Behörde oder ein Blick in die Personalakte.
Die Familien haben den Stein ins Rollen gebracht und stündlich kommen neue Informationen und Anfragen hinzu.
Dieser Bericht hat viel bewegt und führt hoffentlich dazu, dass die Verantwortlichen sehr rasch ihrer Fürsorgepflicht nachkommen.
Wir wünschen allen Beteiligten auf der Suche nach einer angemessenen Lösung viel Erfolg und den Kindern, dass sie sehr bald wieder angstfrei lernen dürfen.
Angelika Bachmann
www.lernen-ohne-angst.de