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Radwege nirgendwo oder überall
Bad Rothenfelde. „Einheitliche klare Regeln müssen her, das heißt im Klartext, entweder gibt es nirgendwo Radwege oder überall.“ Mit deutlichen Worten hat Ortspolizist Dietmar Schlieter zu der Situation der Radfahrer in Bad Rothenfelde Stellung genommen.
Das ist das Problem: Im Jahr 2002 hat der Rat die Festlegung der flächendeckenden innerörtlichen Tempo-30-Zone beschlossen. Dies lässt nach der Bundesgesetzgebung eine Trennung von Fahrbahn und Rad-/Gehwegen nicht zu. Für viele Radfahrer ein Dilemma, denn sie müssen jetzt auf der Straße fahren.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Der Radweg an der Frankfurter Straße kann weiterhin in Fahrtrichtung genutzt werden. Auch über die Freigabe des Radweges an der Hannoverschen Straße wird derzeit im Rat nachgedacht: „Sehr unglücklich, denn viele Radfahrer sind aufgrund der unterschiedlichen Handhabe verunsichert“, urteilte Schlieter mit Blick auf die uneinheitlichen Regeln. Sie kämen einer „Lex Bad Rothenfelde“ gleich.
Schlieter hat die Erfahrung gemacht, dass sich viele Pedalisten aus Unwissenheit falsch verhalten. Ist der Ortspolizist auf Streife unterwegs, spricht er in der Regel fünf bis 15 Personen auf deren Fehlverhalten an: „Kaum jemand versteht, dass er nicht auf dem Radweg fahren darf.“
Insbesondere die Gäste aus den Niederlanden, die vielfach, aus Richtung Campingplatz kommend, den Radweg an der Frankfurter Straße nutzen, „fallen aus allen Wolken“. Da muss der Polizist viel Aufklärungsarbeit leisten.
Auf Anregung des SPD-Ratsherrn Rainer Spiering hat Schlieter die Unfallstatistik für Bad Rothenfelde aus dem letzten Jahr herausgefiltert. Demnach gab es in 2009 im gesamten Gemeindegebiet 144 Unfälle, davon 123 Bagatellunfälle, 17 mit Personenschäden und vier mit schwerem Sachschaden. Zusammenhänge zwischen Fahrradunfällen und der Tempo-30-Zone lassen sich aus dieser Statistik absolut nicht ableiten, zumal Vergleichszahlen fehlen.
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