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Tippspiel
Wassermassen überfluteten ganze Siedlungen
Melle. Sturm und Starkregen, Blitz und Donner. Gut dreieinhalb Jahre, nachdem der Orkan „Kyrill“ im Grönegau eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte, sorgte jetzt das Tief „Cathleen“ für Schlagzeilen.
Mit nicht enden wollenden Niederschlägen setzte es weite Teile des Landstrichs zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald unter Wasser – mit schlimmen Folgen für Mensch und Tier. Von Donnerstagabend bis in die Nacht zum heutigen Samstag hinein waren Kräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks (THW) und des Deutschen Roten Kreuzes pausenlos im Einsatz, um die Folgen des verheerenden Unwetters zu beseitigen.
„Innerhalb von 24 Stunden fielen 123 Liter Regen pro Quadratmeter“, berichtete Konrad Witte aus Altenmelle, der auf seinem Anwesen in regelmäßigen Abständen die Niederschläge misst. Die Folge des sintflutartigen Regens: Innerhalb weniger Stunden traten Flüsse wie Hase und Else, aber auch kleinere Bäche und Gräben über die Ufer. Kurz darauf hieß es bereits vielerorts: „Land unter!“
In Westerhausen und in Gesmold wurden gleich ganze Siedlungen von Wassermassen heimgesucht. Nicht nur Keller, sondern auch darüber gelegene Wohnungen liefen voll Wasser. „Besonders schwer traf es die Anwohner am Hörstenweg in Gesmold, wo das Wasser zeitweilig bis zu 1,80 Meter über dem Erdboden stand“, berichtete Rainer Schlendermann. Der stellvertretende Stadtbrandmeister zählte zu den Mitgliedern des Stabes, der im Feuerwehrhaus in Melle-Mitte alle Hochwassereinsätze koordinierte.
Nachdem sich am späten Donnerstagabend zunächst eine Entspanung der Lage abgezeichnet hatte, verschärfte sich ab Mitternacht die Situation. „Wir ließen deshalb zwischen 1 und etwa 3 Uhr alle im Grönegau ansässigen Feuerwehren per Sirene alarmieren“, sagte Feuerwehr-Pressesprecher Ludger Flohre. Hauptaufgabe der Einsatzkräfte, die von Spezialisten des THW unterstützt wurden: das Leerpumpen von überfluteten Kellern und Hallen.
In Oldendorf und in Sehlingdorf ergossen sich von hanglagigen Feldern wahre Schlammmassen auf tiefer gelegene Straßen. Folge: Die Osnabrücker Straße in Oldendorf war zeitweilig nicht mehr passierbar.
Auf der Westerhausener Straße zwischen Gesmold und Westerhausen sowie auf der Allendorfer Straße im Grenzbereich von Uhlenberg und Peingdorf wurden die Fahrbahnen derart stark überschwemmt, dass die Polizei eine Vollsperrung anordnete. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass etliche Pkw-Fahrer die Absperrungen ignorierten und einfach weiterfuhren“, so Michael Arthaus von der Polizei in Melle. In einigen Fällen seien Fahrzeugführer mit ihren Autos liegen geblieben.
Für die Versorgung der Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW zeichneten Helfer des Roten Kreuzes verantwortlich. „Das war schon einer Herausforderung, da wir rund 350 Personen zu beköstigen hatten“, so Kathrin Renzenbrink von der Kreisbereitschaftsleitung. „Es hat aber alles bestens geklappt.“ (Weitere Berichte im Internet unter www.noz.de )
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