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„Heizung mitten im Dorf“
Badbergen. Ihr Nahwärmekonzept für Badbergen stellten dieser Tage Matthias Partetzke, Vorstandsvorsitzender der „Ingenieur Netzwerk Energie eG“ (iNeG), Robert Wasser, Diplomand der Fachhochschule Osnabrück, und Dr. Dieter Schillingmann, REW Regenis GmbH, vor. Bei dieser Gelegenheit sollte auch geklärt werden, wie viel Biomasse die ortsansässigen Landwirte zur Verfügung stellen wollten und ob diese Menge für den nächsten Schritt der Planungsphase ausreiche.
Die Anstiege im Bereich der Öl-, Gas- und Strompreise haben die Suche nach Alternativen zur Folge. In landwirtschaftlich geprägten Regionen stellt sich deshalb öfter die Frage nach Nahwärmenetzen und der Nutzung von Ackerland und Biomasse, um vor Ort günstigere und nachhaltigere Bioenergie zu erzeugen.
Der gut einstündige Vortrag von Partetzke und Wasser stellte die bisherigen Planungen vor und diente dazu, eine wichtige Voraussetzung zu klären, ohne die ein Nahwärmenetz in Badbergen nicht realisierbar sein wird. Die Frage, mit der in Badbergen alles steht und fällt, ist der Umfang, in dem die Landwirte bereit sind, Biomasse und Acker- und Grünland zur Verfügung zu stellen. Um festzustellen, wie groß die Menge dieser „Inputstoffe“ sein wird, bekam jeder der anwesenden Landwirte einen unverbindlichen Anfragebogen. Die Angaben werden von Partetzke und seinen Mitarbeitern in den nächsten Tagen entsprechend ausgewertet.
Konkret sehen die Planungen in Badbergen ein Blockheizwerk vor, das, laut Partetzke, „wie eine Heizung mitten im Dorf“ funktionieren und die Häuser durch lange Kunststoff- und Stahlrohre mit Wärme versorgen soll. Jedes angeschlossene Haus bekäme einen Wärmeenergiezähler, der nicht viel größer als eine übliche Gastherme sei, und würde auf diese Weise nur das zahlen, was auch verbraucht werde. Die Kosten für ein derartiges Nahwärmenetz plus Faktoren wie Hausanschlüsse und eine Redundanzanlage bezifferte Partetzke bei einer hundertprozentigen Auslastung auf etwas mehr als sechs Millionen Euro. Die Biogasanlage war in dieser Rechnung allerdings nicht inbegriffen.
Die Analyse der Anfrage über den „Inputumfang“ der Landwirte wird in den nächsten Wochen zeigen, ob der nächste Schritt im Badberger Nahwärmenetzkonzept gegangen werden kann. Sollte die Bereitstellungsmenge von Ackerland, Grünland, Gülle, Stallmist und Holzhackschnitzel ausreichen, wird eine öffentliche Versammlung für alle Badberger Bürger anberaumt, in der dann geklärt werden soll, ob es in Badbergen auch genügend Wärmeabnehmer für ein solches Nahwärmenetz geben würde. Eine Entscheidung soll möglichst noch vor Weihnachten fallen.
An der Sitzung nahmen neben Schillingmann, Wasser und Partetzke auch noch Oliver Rölker (Wirtschaftsagentur Artland), Heinrich Kramer (Dipl.-Ing. Agrar) und Prof. Adolf Luger teil.
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