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Aufbäumen gegen die A33
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Autor: Kerstin Balks 15. August 2010 15:20 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Mehr als 4000 Besucher beim Protestfest auf dem Hof Niederrielage in Belm

Aufbäumen gegen die A33

balx BELM. Laut, breit, hoch und aus Beton – in der intakten Natur von Hof Niederrielage gelingt es kaum, sich eine Autobahn vorzustellen, auch wenn deren Gegner mit Flatterband und Kran die Ausmaße der Trasse demonstriert hatten. Beim Protestfest, zu dem Umweltforum Osnabrücker Land, Bürgervereine, Arbeitsgemeinschaft Besseres Verkehrskonzept und die Gemeinde Wallenhorst mit Unterstützung der Gemeinde Belm eingeladen hatten, gab es viele Informationen, aber auch viel Spaß im Grünen. Mehr als 4000 Besucher, so die Veranstalter, feierten bis in die Nacht. Ohne Autolärm und Abgase.

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Der Lückenschluss ist eine Abkürzung. Autofahrer, die aus Richtung Hannover kommen und in Richtung Bremen fahren wollen, sparen sich den Weg über das Kreuz Lotte/Osnabrück. Und umgekehrt. Von gut sieben Minuten Zeitersparnis ist auszugehen – und von mehr als 70 Millionen Euro Kosten. Eine teure Abkürzung und eine mit weitreichenden Folgen für Anwohner und Umwelt, finden die Gegner der Maßnahme. „Hier geht es vor allem um die Erschließung neuer Industrie- und Gewerbegebiete entlang einer weiteren Autobahn“, sagt Rainer Comfere. Die Aussicht darauf, so vermutet der Sprecher des Umweltforums Osnabrücker Land, lasse die Befürworter hohe Kosten sowie die Zerstörung der Umwelt und bäuerlicher Existenzen billigend in Kauf nehmen. Bernd Langewand vom Bürgerverein Icker geht davon aus, dass allein in seinem Heimatort durch den Autobahnbau drei bis vier Landwirte aufgeben müssten.

Er und Comfere sind zuversichtlich, dass Widerstand Erfolg haben wird. Langewand: „Wir können noch alles tun, um eine neue Autobahn zu verhindern, denn das Planfeststellungsverfahren ist längst noch nicht eröffnet.“ Es würden gewissermaßen zwei Strategien verfolgt: „Zum einen kann die Bevölkerung natürlich politischen Druck ausüben, um derlei Maßnahmen zu verhindern. Zum anderen wollen wir aber auch unseren Klagefonds füllen, um uns gegen eine Planfeststellung gegebenenfalls juristisch zur Wehr zu setzen“, erklärt Comfere und sieht sich durch Urteile, die bei vergleichbaren Vorhaben gefällt wurden, bestätigt. Dies zumal die geplante A33 durch ein FFH-Schutzgebiet verlaufe, das dem strengeren EU-Recht unterliege.

Ulrich Belde glaubt hingegen im Moment nicht daran, dass eine politische Änderung erzielt werden könne: „Zwar dürfen wir den politischen Kampf nicht aufgeben, aber um juristisch alles ausschöpfen zu können, müssen wir inhaltlich und finanziell gewappnet sein“, warb der Wallenhorster Bürgermeister für den Klagefonds. Sein Belmer Amtskollege Bernhard Wellmann ließ sich von seinem Stellvertreter Heinz Hempen entschuldigen. Dieser sicherte den Aktivisten vor allem moralische Unterstützung zu und hatte als Dankeschön seiner Gemeinde an die Organisatoren ein Fass Helles mitgebracht. Nun, an diesem schönen Spätsommertag und -abend mit zahlreichen Musik- und Tanzdarbietungen, mit Hüpfburg, Ponyreiten und erstklassigen Steaks war das Mitbringsel bestimmt überaus willkommen.

Eine Bildergalerie zum Protestfest gegen die A33 fnden Sie unter www.neue-oz.de

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