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Faszination der zweiten Seite
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Autor: Holger Schulze 06. August 2010 18:38 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

„Second Side“ überzeugen mit sattem Sound

Faszination der zweiten Seite

hols Bramsche.„Wir wollen es wie Keith Richards halten, der ja auch auf der Bühne tot umfallen möchte“, solche Äußerungen im Gespräch vor dem Auftritt ließen erkennen, mit welchem Spaß an der Freude „Second Side“ die Musik betreibt. Am Donnerstagabend bestritt die sechsköpfige Band das Sommerkulturprogrammkonzert auf dem Kirchplatz.

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Lehrer, Zahntechniker, zweimal Anwalt, Betriebswirt und Unternehmensberater, so liest sich die hauptberufliche Vitaliste der „Second Side“-Mitglieder. Da Hartmut Kühnle, Keybords, Peter Fabian, Gitarre, Friedhelm Stilling, Bass, Andy Witte, Schlagzeug, Jan Sievers, Gitarre, sowie Frontsänger Uwe Bogs ihr Leben jedoch nicht nur als Abfolge von Alltag und Job begreifen wollen, definieren sie ihre zweite Seite über die Musik.

Seit 20 Jahren ist die Band bei Rock, Rhythm ’n’ Blues und gefühlvollen Balladen musikalisch vereint. Regelmäßige Auftritte anlässlich der Maiwoche in Osnabrück und anderenorts zeugen von den Früchten der langjährigen Probenarbeit, die auch heute noch in gut 40 Wochen pro Jahr immer dienstags stattfindet.

„Wir sind keine Profis und wollen es auch nicht werden. Aber trotzdem gute Musik machen“, so lautet das Selbstverständnis der Bandmitglieder. Und ein Kompliment an ihren Bramscher Auftrittsort hatte das sympathische Sextett auch noch mit dabei. „Die Atmosphäre hier mit Kirche, Fachwerk und der gesamten Architektur beruhigt die Seele und färbt ab“, war aus der Gruppe zu vernehmen.

Die abfärbende Ruhe bezog sich allerdings wohl mehr auf die entspannte Haltung, mit der „Second Side“ das Konzert anging. Eine musikalische Rundreise durch alles, was gut ist, versprach Frontsänger Uwe Bogs dem Publikum, und dann ersetzte satter Sound die akustische Beschaulichkeit vor der Kirche und den Gaststätten.

Ihre spezielle Art von Alleinstellungsmerkmal bezeugte die Gruppe bei der Auswahl der Musikstücke. Das, was sich in Zeiten der guten alten Vinylschallplatte, als man die schwarzen Dinger noch auf dem Teller umdrehen musste, um an Teil zwei der LP oder Single zu kommen, auf deren Rückseite befand, jene meistens etwas untergeordnet zur Geltung kommenden Stücke haben es der Band angetan.

Das Programm bestand demzufolge im ersten Teil aus den unbekannteren Veröffentlichungen prominenter Interpreten. B. B. King, Eric Clapton, Rolling Stones, Lionel Ritchie, Keb Mo oder die Beatles lauteten die illustren Namen auf der Setliste von „Second Side“. Im zweiten Teil legte die Gruppe mit zahlreichen Hits auch an Tempo zu.

Weniger geläufig dürften die gespielten Titel wie „Get with me baby“, „Tulsa Time“ oder „Rain fall down“, die von „Second Side“ für das zweistündige Konzert ausgewählt wurden, für den Musikkenner mittlerer Art und Güte gewesen sein. Durchsetzt mit Eigenkompositionen, bot die Band ein gecovertes Programm, das den zahlreichen Liebhabern der Rocker und Blueser des abgelaufenen Jahrhunderts auf dem Kirchplatz viel Vergnügen bereitete. Zudem bot der Abend die Möglichkeit zur Erweiterung des eigenen musikalischen Horizontes, insbesondere im Hinblick auf manche nur selten gehörte Werke.

Wer im ersten Teil noch etwas Dynamik bei den Interpretationen und Tempiwechsel in die Programmabfolge vermisste, dürfte spätestens in der zweiten Hälfte gehofft haben, dass „Second Side“ noch viele Bühnenjahre lang der Wunsch in Anlehnung an Keith Richards versagt bleibe.

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