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Tippspiel
Mitarbeiter übernehmen Möller
Westerkappeln. Der Maschinenbauer Möller ist offensichtlich wieder einmal gerettet. Fünf Monate nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist es gelungen, Investoren zu finden. Und die kommen aus dem eigenen Betrieb: Einige leitende Mitarbeiter nehmen das Heft in die Hand und haben die August Möller Nachf. GmbH gegründet.
Mitgesellschafter ist nach Informationen der Redaktion auch der frühere Geschäftsführer der August Möller GmbH, Rainer Zenner. Dieser hatte die vormalige KG nach deren Insolvenz im Jahr 2005 zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Christiane Möller erfolgreich saniert und an die VAT Getriebetechnik von Oliver Viehweider verkauft. Dessen Aktivitäten blieben ein – besonders für die Belegschaft – leidvolles Intermezzo.
Bei der jetzt gefundenen Lösung handelt es sich um ein sogenanntes „Management Buy Out“. Im Anschluss an die Verhandlungen mit diversen potenziellen Investoren sei es nunmehr gelungen, eine Nachfolge- und Fortführungslösung rechtlich verbindlich zu vereinbaren, teilte der Insolvenzverwalter Stefan Meyer am Donnerstagnachmittag mit. Durch notariellen Vertrag vom 29. Juli übernehme die August Möller Nachf. GmbH das schuldnerische Unternehmen mit Wirkung zum 1. August von ihm. Die neue Gesellschaft werde das Unternehmen ohne Einschränkung fortführen und von den zuletzt 58 Mitarbeitern 54 übernehmen.
Auffanggesellschaft
Die August Möller Nachf. GmbH hat laut Mitteilung die Immobilie und das betriebsnotwendige Anlage- und Umlaufvermögen vom Insolvenzverwalter erworben und tritt in alle laufenden Auftragsverhältnisse ein. Die Kunden würden in ununterbrochener Kontinuität gewohnt und zuverlässig bedient, alle laufenden Aufträge ordnungsgemäß durch die Nachfolgegesellschaft fortgesetzt und beendet, wird ausdrücklich betont.
Die leitenden Mitarbeiter im Unternehmen sowie der frühere Geschäftsführer hätten sich in den vergangenen Monaten zu einer Investorengruppe zusammengeschlossen. Das Personalkonzept der Nachfolgegesellschaft werde durch einen zwischen dem Betriebsrat und dem Insolvenzverwalter vereinbarten Interessenausgleich und Sozialplan getragen.
Die Mitarbeiter wurden durch den Insolvenzverwalter am Donnerstag in einer Betriebsversammlung über die Fortführungslösung und den dauerhaften Erhalt ihrer Arbeitsplätze informiert. Die örtlich zuständige IG Metall aus Münster habe an der Betriebsversammlung auf Einladung des Insolvenzverwalters teilgenommen.
Meyer: „Für Westerkappeln und insbesondere für die Mitarbeiter des Unternehmens ist es eine gute Nachricht, dass der traditionsreiche Geschäftsbetrieb aus der Insolvenz heraus in eine Auffanggesellschaft überführt werden kann. Im Verlauf meiner Tätigkeit habe ich an vielen Stellen feststellen können, dass die August Möller GmbH in der Region tief verwurzelt ist und große Unterstützung findet.“ Besonders erfreut sei er über die hohe Zahl der erhalten gebliebenen Arbeitsplätze. „Ich hoffe sehr, dass der zweifellos mutige und engagierte Schritt einzelner Mitarbeiter, sich nunmehr unternehmerisch zu betätigen, belohnt wird und die Kunden des Unternehmens diese Entscheidung durch fortgesetzte und nachhaltige Auftragserteilungen maßgeblich unterstützen“, meinte Meyer.
Die Hausbank des Unternehmens habe ebenso wie der Betriebsrat und die zuständige Gewerkschaft wesentliche Beiträge zu der jetzt gefundenen Lösung geleistet. Nur aufgrund einer von den Beschäftigten mit großer Leidenschaft begleiteten Unternehmensfortführung während der Insolvenzphase sei die gefundene Lösung überhaupt erst möglich geworden“, erklärte der Insolvenzverwalter.
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