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Radeln für die Autoindustrie
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Autor: Michael Schwager 19. Juli 2010 19:14 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor


Radeln für die Autoindustrie

swa Osnabrück. Studenten der Fachhochschule Osnabrück radeln in Kürze mit einem Liegedreirad durch die Stadt und ihre Umgebung. Die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Ansgar Rehm von der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik will Komplikationen der Geschwindigkeitsmessung bei Fahrzeugen erforschen.

 
Zu ersten Testfahrten mit dem Versuchs-Liegerad machte sich Professor Ansgar Rehm in diesen Tagen auf den Weg. Foto: Thomas Osterfeld  Vergrößern

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Das dazu benutzte elektrounterstützte Liegedreirad des Herstellers HP Velotechnik wurde inzwischen vom Osnabrücker Händler Zweirad Kluger ausgeliefert. Die Studenten werden nun die Messtechnik installieren. „Wir haben uns für ein Liegedreirad als Versuchsfahrzeug entschieden, weil es genug Platz für unsere Messtechnik bietet“, sagt Rehm. Außerdem führt die Montage von Zusatzbauteilen nicht dazu, dass die Betriebserlaubnis erlischt – anders als bei einem Auto.

Ziel des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes: Mit dem Versuchsfahrzeug sollen mittels Ultraschallsensoren Bewegungsgrößen, Neigungswinkel und Fahrdynamik untersucht und erforscht werden. Die Gruppe will auch die Effizienz umweltverträglicher Elektromobilität im Stadtverkehr untersuchen.

Ein Beispiel: Beim gleichmäßigen Geradeausrollen eines Fahrzeuges zeigt der Tacho durch Messung der Drehgeschwindigkeit eines Rades das richtige Tempo an. Beim Bremsen, Beschleunigen oder bei Kurvenfahrt funktioniert das aber nicht mehr, weil die Räder durchrutschen – abhängig vom Untergrund mehr oder weniger. Elektronische Tachos in modernen Autos kompensieren das mit Programmen, die mit Daten aus langen Fahrversuchsreihen gefüttert sind. Die rücken die Autohersteller aber nicht raus.

Die Osnabrücker Gruppe um Rehm kooperiert mit dem Münchener Unternehmen Tesis (Gesellschaft für Technische Simulation und Software). Die Firma entwickelt Simulationsprogramme, mit denen Autohersteller den Aufwand für Testfahrten verringern können. Die Mitarbeiter von Tesis halfen der FH bisher mit Know-how, erläutert Rehm. Die Osnabrücker wollen sich revanchieren, indem sie Tesis ihre Ergebnisse in zwei, drei Jahren zur Verfügung stellen.

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