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Immer wieder Ärger mit Telefonwerbung
S. Osnabrück. „Sie haben gewonnen!“ So oder ähnlich beginnen häufig ungewollte Telefongespräche, die das große Glück versprechen. Aber dann folgen Auftragsbestätigung und eine Kontoabbuchung. Die Verbraucherberatung Osnabrück informiert am kommenden Mittwoch auf der Großen Straße über unerlaubte Telefonwerbung.
Tausende sind schon in solche Fallen getappt. So wie Herr X, dessen Telefon während des Mittagsschlafes klingelt. Noch benommen greift Herr X zum Hörer und hat einen fröhlichen jungen Mann an der Strippe. Er wolle mit ihm über den bestehenden Gewinnspielvertrag der Firma reden.
Herr X protestiert, es gebe doch gar keinen Vertrag. Doch der Werber betont die bereits vorliegenden Daten. Herr X staunt nicht schlecht, dass auch seine Bankdaten bekannt sind und eben noch mal telefonisch abgeglichen werden müssen. Und so ganz nebenbei streut der junge Mann in seinen Redefluss ein, dass es sich um einen neuen Vertragsabschluss handelt. Herr X, immer noch nicht ganz wach, bekommt das nicht mit.
Beim Abgleichen der persönlichen Daten wird das Telefongespräch von der Gegenseite aufgezeichnet – als späterer Beweis für einen Vertragsabschluss. Ein paar Tage später flattert Herrn X ein Willkommensbrief ins Haus: Künftig würden monatlich 49 Euro von seinem Konto für die Teilnahme an einem Gewinnspiel abgezogen.
„Diese unseriöse Vorgehensweise ist leider üblich“, sagt Christine Bergmeyer, Beraterin der Verbraucherzentrale Osnabrück: „Herr X sollte innerhalb von 14 Tagen schriftlich und unbedingt nachweisbar widersprechen, gegebenenfalls anfechten und vorsorglich widerrufen.“ Unter bestimmten Voraussetzungen gelten auch längere Fristen. Das müsse im Einzelfall geprüft werden. „Auf jeden Fall sollte Herr X sein Konto im Blick haben und unerlaubte Abbuchungen wieder zurückbuchen lassen“, betont Bergmeyer: Auch bei bereits laufenden Verträgen gebe es häufig Möglichkeiten, sie vorzeitig aufzulösen.
Fälle wie der von Herrn X gehören zum Arbeitsalltag der Beraterinnen. Vor allem ältere Menschen fallen immer wieder auf die Bauernfänger herein und wissen sich nicht zu helfen. Geneppte Verbraucher fragen nach, wie sie sich gegen Anrufe wehren können oder was sie machen sollen, wenn schon Geld von ihrem Konto abgebucht wurde. In jüngster Zeit erhielten viele Osnabrücker Inkassoschreiben von angeblichen telefonischen Vertragsabschlüssen, ohne dass sie jemals eine Auftragsbestätigung erhalten hätten.
Antworten auf diese und andere Fragen und kostenlose Flyer gibt es am Mittwoch, 14. Juli, zwischen 14 und 17 Uhr auf der Großen Straße/Jürgensort (bei schlechtem Wetter in der Verbraucherzentrale). Verbraucher können außerdem die Abmahnaktion der Verbraucherzentralen zu ungewollten Telefonanrufen unterstützen, indem sie diese Anrufe dokumentieren und entweder unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de im Beschwerdeformular eintragen oder auf einer vorgedruckten Postkarte notieren.
Die Postkarten sind am Infostand oder in der Verbraucherzentrale Osnabrück erhältlich, Große Straße 67, montags und donnerstags von 10 bis 13 und 13.30 bis 18 Uhr, dienstags von 10 bis 13 Uhr.
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