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„Wir mischen uns ein“
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Autor: Elisabeth u. Christof Tondera 01. Juli 2010 14:03 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor


„Wir mischen uns ein“

to Lingen. „Es ist wichtig, dass wir als kfd uns Gehör verschaffen, dass wir dafür einstehen, was wir glauben“, mahnte die Bundesvorsitzende der kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) Maria Theresia Opladen in ihrem Vortrag „Als Christin die Gesellschaft gestalten – (Familienpolitische) Positionen der kfd“ zum Frauenfrühstück im Saal Klaas-Schaper.

 
Über familienpolitische Positionen der kfd referierte bei Klaas-Schaper in Lingen die Bundesvorsitzende der kfd, Maria Theresia Opladen (2. von rechts). Foto: Elisabeth Tondera  Vergrößern

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Es ist ein zusätzliches Angebot der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Lingen und des kfd-Diözesanverbandes Osnabrück im Rahmen der Frauenkundgebung in Ahmsen.

Es gibt viele gesellschaftliche Bereiche, in denen Frauen gehört werden wollen. „Die Bedeutung der kfd für die Gesellschaft ist nicht hoch genug zu schätzen. Wir mischen uns ein in Kirche, Gesellschaft und Politik“, betonte die Bundesvorsitzende und nannte als Beispiele die Themen Spätabtreibung, finanzielle Alterssicherung oder, besonders schwierig, Frauen in der Kirche. Die derzeitige Krise der katholischen Kirche bietet nach Ansicht der Bundesvorsitzenden der kfd eine große Chance für Frauen. „Wir hoffen jetzt auf mehr Gehör“, sagte sie.

Sehr wichtig ist ihr auch das Thema Familie. „Wir haben vor Kurzem ein neues Eckpunktepapier zur Familienpolitik herausgegeben, in dem wir eine ernsthafte Debatte um ein gesichertes, dynamisiertes Existenzminimum für Kinder und Familien fordern“, so Frau Opladen. Die Eltern müssten ausreichend Zeit haben, sich der Familie zu widmen. Das gelte für beide Partner. Die kfd fordere, das Elterngeld auf 18 Monate zu verlängern. Es sei erschreckend, dass bei den Sparmaßnahmen zuerst die Familien geschröpft würden. „Dagegen werden wir protestieren“, verkündete Maria Theresia Opladen.

Mütter benachteiligt

Sie sprach auch das aktuelle Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dafür müsse noch enorm viel getan werden, meinte sie. Auf der anderen Seite dürften die Frauen nicht vergessen werden, die nicht erwerbstätig waren und vom Einkommen ihres Mannes gelebt hatten. „Familienmütter sind in der kfd mit den Erwerbstätigen gleichwertig. Wir vertreten die Wahlfreiheit“, betonte sie. Kinderbetreuung, Wiedereinstieg in den Beruf, Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger, Alleinerziehende, häusliche Gewalt oder Gottesdienstvorbereitung – es gibt kein Frauenthema, dessen sich die kfd nicht annehmen würde. „Wir sitzen nicht in Düsseldorf und warten ab, sondern gehen hinaus, suchen Gesprächsmöglichkeiten, mischen uns ein“, versicherte die Bundesvorsitzende, die als Rechtsanwältin tätig war und als Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete in Nordrhein-Westfalen aktiv in der Politik mitwirkte.

Die kfd-Frauen hatten viele Fragen und Bemerkungen. Unter anderem äußerten sie ihren Unmut über die Diätenerhöhung der Landtagsabgeordneten und das Gesetz zur Sicherung des Unterhalts von Kindern alleinstehender Frauen, das die Mütter benachteilige. Dagegen müsse man protestieren, waren sich die Frauen einig.

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