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Groß und artig: Ein spektakuläres Klanggewitter
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Quelle: Lingener Tagespost 31. Mai 2010 07:00 Uhr


Groß und artig: Ein spektakuläres Klanggewitter

Pauken, büffeln, Schulbank drücken – dass die „Quälereien“ mal ein Ende haben, wird von den Abiturienten der beiden Lingener Gymnasien seit fast 30 Jahren mit dem Abifestival gefeiert. Auch am Freitag und Samstag wurde die Freude mit Tausenden Besuchern aus nah und fern auf dem Gelände am alten AKW geteilt.

 
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Gut drauf präsentierten sich die Besucher. Fotos: Matthias Becker

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Ausgelassenheit, Tanzwut sowie der stete Drang, lautstark rund 20 Bands beim engagierten Spiel zu unterstützen, standen im Mittelpunkt der Pennälerparty. Auf und ab ging es bereits auf Freitag. Zum einen beim Wetter, welches tagsüber Sonne versprach und sich in der Nacht bis auf drei Grad runterdrosselte. Doch Kurze-Hosen-Anhänger, T-Shirt-Träger und Barfuß-Kandidaten schenkten dem keine Aufmerksamkeit. Zum anderen sicherten die Musikgruppen den Sprunggelenken viel Gelegenheit zum Mitmachen zu. Dafür sorgten an diesem Tag vor allem „Ghost of Tom Joad“, „Rantanplan“ und „Supershirt“.

Am Samstag wurde noch eine Schippe draufgelegt. Etwas mehr als die geschätzten 8000 Zuschauer vom Vortag pilgerten zum Festivalgelände oder nutzten den Busfahrservice von den Emslandhallen, um sich bei freiem Eintritt die Auftritte von „Der Fall Böse“, „Creme Fresh“, „Mikroboy“, „Bonaparte“ und „Bratze“ nicht entgehen zu lassen. Wo zuvor insbesondere die lokalen Klangtruppen für gute Stimmung sorgten, war am späten Abend, trotz Regenschauern, niemand mehr zu halten.

Obwohl der Programmablaufplan in diesem Jahr nicht die ganz großen Namen versprach, durften die Veranstalter auf die exzellente Vorarbeit der letzen Jahre vertrauen. Die bunte Mischung der diversen Tonfarben, Rock, Hip-Hop, Elektro, Alternative, Indie und der gute Name des Lingener Topevents hat sich in den Konzertplanern der Fans eingebrannt.

Selbst die Musiker zeigten sich beeindruckt. „Das ist der Wahnsinn hier. Das Publikum ist wirklich gut drauf und hat uns eine tolle Plattform gegeben. Ein absoluter Spaß“, resümierte Lesley Farfisa, Sänger und Gitarrist der Band „Der Fall Böse“ nach deren Darbietung.

Auch als sich Henrik Roger, Jens Mehring und Christoph Schneider von „Ghost of Tom Joad“ im Rückzugsbereich der Künstler zum Interview begaben, war von der Euphorie auf der Bühne noch allerhand zu spüren. „Klasse, das Ding hier in Lingen hat uns sehr beeindruckt.“

Dass denn so unbekümmert gefeiert werden konnte, war der hervorragenden Einstellung von knapp 400 Mitarbeitern zu verdanken, die unermüdlich für die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf auf den Beinen waren. Kassenwart Fabian Rode wusste zu berichten, dass die 3200 Abifestival-Armbändchen sowie die 500 T-Shirts bereits am Freitag vergeben waren. „Sogar aus Salzburg haben wir Gäste getroffen, die sich schon am Mittwoch in den Zug gesetzt haben, um in Lingen dabei zu sein“, so Rode. Autokennzeichen aus dem gesamtdeutschen Raum und den Niederlanden belegten, dass aus weiter Ferne angereist wurde.

Und die Geschichte geht in die nächste Runde, denn „zahlreiche Sponsoren haben bereits das Signal gegeben, uns im kommenden Jahr wieder zu unterstützen“, erklärte Tobias Dankert vom Abifestival-Team: „Besonders ist nicht nur, dass wir dann mit dem 30. Abifestival ein Jubiläum feiern. Vor allem die Ausnahme, dass gleich zwei Jahrgänge ihr Abitur machen, deutet auf etwas Großartiges hin.“

Da die Noten der Abizeugnisse noch nicht bekannt sind, können sich alle Beteiligen, ob der Förderverein Abifestival, engagierte Ehemalige und natürlich die Abiturienten, ein erstrangiges Zeugnis in Bezug auf ihr Festival, das in seiner Art größte Abifestival in Europa, ausstellen. Doch an erholsames Ausschlafen konnte noch niemand denken – am Sonntag hieß es schließlich schon früh: „Aufräumen!“


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