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Junge Kirche, altes Kreuz
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 28. Mai 2010 09:11 Uhr


Junge Kirche, altes Kreuz

Erst 1964 wurde die katholische Heilig-Geist-Kirche in Oesede geweiht. Und dennoch wartet das Gotteshaus mit einer ganzen Reihe von Besonderheiten auf – einige sind wesentlich älter als sie selbst.

 
Der Corpus dieses Kreuzes in der Heilig-Geist-Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert (im Vordergrund von links) Dr. Wolfgang Seegrün, Monika Flaßpöhler und Pastor i. R. Dieter Woldering. Foto: Hermann P  Vergrößern

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Um zur bekanntesten Besonderheit zu kommen, muss der Besucher in die Unterwelt hinabsteigen. Unter dem Altarraum von Heilig Geist befindet sich eine Krypta, das ist eine Unterkirche. Sie ist zum Gedenken an die Lübecker Kapläne Johannes Prassek, Eduard Müller, Hermann Lange und ihren evangelischen Mitbruder Karl Friedrich Stellbrink errichtet, die wegen ihrer Gegnerschaft zum Nationalsozialismus 1943 in Hamburg wegen Wehrkraftzersetzung ermordet wurden.

Der Künstler Manfred Espeter aus Münster hat die Wandfresken geschaffen, die das Leiden Christi in das Grauen der NS-Zeit hineinstellen. Der damalige Vikar von St. Peter und Paul und spätere Pfarrer von Heilig Geist, Dieter Woldering, hat seine eigenen Erlebnisse als Soldat im Zweiten Weltkrieg mit in die Gestaltung einbringen können.

Das Miteinander von katholischen und evangelischen Geistlichen kann als Vorgriff auf die heutige Situation gedeutet werden, in der die Ökumene der beiden großen Volkskirchen in GMHütte ein hohes Niveau erreicht hat. „Letztlich wollen wir mit der Veranstaltung der Langen Nacht auch die Gemeinsamkeiten der beiden Konfessionen darstellen“, sagte Pfarrer Reinhard Walterbach, der leitende Priester des Gemeindeverbunds GMHütte-Ost.

Ein Besuch in Heilig Geist lohnt sich aber auch wegen anderer Besonderheiten seiner Ausstattung. Zuerst fallen die wuchtigen, vom Osnabrücker Künstler Willi Witte gestalteten Bronzeportale auf, die das Wirken des Heiligen Geistes darstellen. Vor der relativ schlichten Ausgestaltung des Kirchenschiffes heben sich deutlich das Altarbild, das Kreuz und der Taufstein ab. Das Altarbild, geschaffen von der Georgsmarienhütter Künstlerin Christa Albes-Hübschen, symbolisiert mit seinen Rissen und Löchern, durch die ein helles Licht scheint, den Sieg Christus über die Dunkelheit.

Im Dachboden entdeckt

Der Corpus des Kreuzes stammt von einem Wegkreuz aus dem 18. Jahrhundert, das am Thie in Oesede gestanden hat und später auf einem Dachboden entdeckt wurde. Der Taufstein ist ein Werk des Oeseder Steinmetzen Helmut Richter nach einem Entwurf des Künstlers Manfred Willers aus Borghorst. Es zeigt einen auf der Schwanzflosse stehenden Fisch, der in seinem Maul die Taufschale trägt.

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