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Massig Zirkus schon bevor das Zelt steht
Der Wettbewerb im Zirkusgeschäft ist hart, ebenso die Bandagen, mit denen in der Branche gekämpft wird. Noch bevor die Elefanten von Hardi Weisheits Zirkus Monte Carlo am kommenden Montag beim Zeltaufbau mithelfen, ist die Konkurrenz von Giovanni Althoff auf dem Plan mit Vorwürfen.
Weisheit teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass nicht mehr mit „Altoff“ auf den Plakaten geworben werde, seit bei Monte Carlo eine neue Direktion am Ruder sei. Wenn der Name dennoch einmal am Ende einer Pressemitteilung auftauche, sei das ein bedauerliches Versehen der Presse-Mitarbeiterin, das umgehend korrigiert werde. Man es nicht nötig, eine Verbindung mit dem Namen des anderen Zirkus herzustellen, weil Monte Carlo mehr zu bieten habe.
Ärger gab es auch mit speziellen Monte-Carlo-Freikarten bei Gastspielen vor einigen Wochen in Marburg und Bielefeld. Dort fühlten sich Besucher verschaukelt, weil sie mit ihrer sogenannten Freikarte nur dann einen Sitzplatz an der Manege bekamen, wenn sie fünf Euro zuzahlten. Für lau gabs bloß einen Stehplatz, was aber nur verklausuliert aus dem Kleingedruckten zu entnehmen war: „Um den Kostenbeitrag von 5 Euro, S-Platz, wird herzlichst gebeten“.
Einige Besucher, die ihren Kindern den Zirkusbesuch versprochen hatten, sahen sich zum Nachzahlen genötigt. Und sie beschwerten sich bei den örtlichen Tageszeitungen, die derartige Freikarten als „grob irreführendes Lockvogelangebot“ bezeichneten und die Angelegenheit zum Thema mehrspaltiger Beiträge machten.
„Maßlos übertrieben“, wie Hardi Weisheit findet. Erstens sei jeder, der mit den Gratisbilletts freien Eintritt begehrt habe, auch umsonst auf einen Stehplatz gekommen. Und zweitens sei auch ein auf fünf Euro ermäßigter Eintritt für ein tolles Zirkusprogramm ein Super-Preis. Deshalb habe man die Beschwerdeführer mit einer Hand abzählen können.
Für den Chef von Monte Carlo ist die Attacke von Giovanni Althoff der Versuch, in Althoffs Heimatstadt die Konkurrenz abzudrängen. Auch der Vorwurf, bei der Haltung seiner Elefanten missachte Weisheit Tirschutzvorschriften, sei nicht haltbar. Dr. Olaf Behlert, Elefantenkurator im Kölner Zoo, gab Weisheit auf Anfrage unserer Zeitung Rückendeckung. Behlert hatte die Tiere vor einiger Zeit untersucht. Sie seien in einem ordentlichen Zustand gewesen, Symptome, die auf Fehler bei der Haltung hinweisen, habe er nicht feststellen können.
Was Weisheit besonders ärgert: Die Althoff-Leute, die ihm Tierquälerei unterstellen, seien wegen ihrer eigenen Elefantenhaltung schon in den Schlagzeilen gewesen. Tatsächlich gab es im Winter 1999 / 2000 bei Althoff Probleme mit der Elefantenkuh „Sikim“. Gerichte wurden eingeschaltet, damit der kranke Dickhäuter eine angemessene Behandlung bekam. Eigentlich sei es nicht seine Art, Kollegen schlecht zu machen: „Aber wenn die mit uns so umgehen, bleibt einem ja bald nichts anderes übrig.“
Das fahrende Volk, „die große Familie der Zirkusleute“, scheint nur ein Illusion der Sesshaften zu sein. In Wirklichkeit gönnt man sich untereinander nicht die Butter auf dem Brot. Klaus Timmermann, bei der Stadthalle Onsabrück unter anderem für die Vergabe des Zirkusplatzes an der Halle Gartlage zuständig, kann ein Lied davon singen: „Ich kriege bald jede Woche Briefe oder Anrufe, in denen sich ein Zirkus über den anderen beschwert. Darauf könnte ich gut verzichten.“
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