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Frische Kohle vom Stahlwerk
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 13. März 2010 06:00 Uhr


Frische Kohle vom Stahlwerk

Die Besucher kamen nicht mit leeren Händen. Hermann Cordes und Beate-Maria Zimmermann von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte brachten einen Scheck über 10 000 Euro mit, als sie bei einem Seminar der Stiftung Oase im Haus Maria Frieden in Wal lenhorst-Rulle vorbeischauten.

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Die Christliche Jugendstiftung Oase hat es sich zur Aufgabe gemacht, Selbstvertrauen und Sozialkompetenz junger Berufsschüler zu stärken, um ihnen dadurch den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen. Stiftungsgründer und -vorstand Franz-Josef Hülsmann ist pensionierter Berufsschullehrer und weiß, wovon er redet: „Im normalen Schulbetrieb ist kaum Gelegenheit, gerade sozial benachteiligten jungen Menschen die Aufmerksamkeit zuzuwenden, die sie bei ihren zumeist multiplen Problemen brauchen.“ Die Drei-Tages-Seminare der Oase holen die Schüler aus ihren gewohnten Bedingungen heraus. „Ortswechsel schafft Perspektivenwechsel, das ist ganz wichtig“, weiß auch „Teamerin“ Annika Hohners, „viele sind ganz überrascht, dass ihnen zugehört wird, dass ihre Meinung gefragt ist. Denn viele fühlen sich abgeschrieben.“

Im Garten des ehemaligen Abteigebäudes versucht sich gerade eine Berufsfachschulklasse der BBS Schölerberg am „Laufenden A“. Kommunikation und Teamfähigkeit sind gefordert, um ein hölzernes Gestell in Form des Buchstaben A ans Laufen zu bringen. Das kann klappen, wenn die Haltemannschaft mit ihren sechs Seilen jeweils im rechten Moment anspannt oder loslässt und der auf der waagerechten Sprosse des A Stehende synchron sein Gewicht verlagert. Miriam Weidner (17), Klassensprecherin: „Das fetzt echt. Und wir haben bald gemerkt, dass es darauf ankommt, zusammenzuhalten, das nicht einfach jeder sein eigenes Ding machen kann.“ Für einen Kollegen von ihr war es ein tolles Erlebnis, einmal mit mehreren Leuten gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und zu essen.

Auch der Leiter der BBS Schölerberg Ewald Herkenhoff ist gekommen, um seine Klasse EH9c2 nach ihren ersten Seminar-Erfahrungen zu befragen, und ist zufrieden, als er nur begeisterte Kommentare hört. Koordinatorin Sabine Noetzel hat schon häufiger Klassen vor und nach der Freizeit erlebt. Ihr Eindruck: „Die Schüler kommen anders zurück, als sie gegangen sind. Sie erleben hier einen geschützten Raum, in dem es einmal nicht um abfragbare Leistungen und Zensuren geht. Manche finden hier zu sich selbst.“

Oase-Vorstand Norbert Mesch weist darauf hin, dass die Seminarteilnehmer einen kleinen Eigenbeitrag zahlen müssen. Der größere Kostenanteil werde von Oase getragen. Das Jahresprogramm mit etwa 45 Seminaren könne Oase nur aus eigenen Stiftungserträgen jedoch nicht schultern. Deshalb sei man weiteren Spendern wie jetzt der Stiftung Stahlwerk dankbar, die bereits zum dritten Mal 10000 Euro beisteure. „Damit sind allein acht dreitägige Kurse gesichert“, sagte Mesch.  Mehr Lokales

 

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