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Tippspiel
Für VW speckt Karmann ab: 100 weitere Entlassungen geplant
Der insolvente Osnabrücker Autobauer Karmann steht vor einer neuen Entlassungswelle. In den nächsten Tagen sollen 100 Ingenieure der Sparte „Technische Entwicklung“ über ihre Kündigung informiert werden. Nach Informationen unserer Zeitung wird damit eine Übernahme durch Volkswagen vorbereitet.
VW will nur 300 Ingenieure übernehmen
Volkswagen plant, in einem ersten Schritt die Sparte „Technische Entwicklung“ zum 1. Juni, spätestens zum 1. Juli dieses Jahres in sein neues Werk einzugliedern. Der Konzern hat gegenüber Insolvenzverwalter Ottmar Hermann deutlich gemacht, dass er nur bereit ist, 300 der rund 400 Ingenieure zu übernehmen. Deshalb bereitet Hermann in diesen Tagen die Entlassung von 100 Beschäftigten vor. Wegen der dreimonatigen Kündigungsfrist müssten die Entlassungen noch in diesem Monat abgesprochen werden.
Schriftliche Vereinbarungen zwischen Volkswagen und dem Insolvenzverwalter gibt es aber noch nicht. Aus gut unterrichteten Kreisen heißt es, es existiere lediglich eine mündliche Ankündigung seitens der Wolfsburger. Demnach sind sie bereit die personell abgespeckte Sparte in das Werk zu integrieren. Hermann reicht diese Ankündigung, um zu handeln. Sollte das Vorhaben problemlos verlaufen, plant Volkswagen sogar, auch die noch verbliebene Sparte „Metal Unit“ in diesem Jahr in das neue Werk zu integrieren. Dort arbeiten derzeit rund 500 Karmänner.
Der Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte gestern zumindest indirekt, dass es in Kürze zu den Entlassungen in der Technischen Entwicklung kommen soll: „In einem insolventen Unternehmen sind Personalanpassungen nichts Ungewöhnliches.“
Bisher keine Verträge
Zur geplanten Übernahme der Sparten durch Volkswagen verstecken sich die beiden Akteure hinter einer Mauer des Schweigens. Bestätigungen gibt es weder von VW noch vom Insolvenzverwalter. „Ja, die Sparte steht zum Verkauf“, erklärt der Sprecher Hermanns. „Wir sind offen für jeden Interessenten. Erfreulich wäre ein Abschluss mit Volkswagen.“ Derzeit gebe es aber keine vertragliche Grundlage.
Zurückhaltend geben sich auch die Wolfsburger. In einer schriftlichen Stellungnahme aus der Konzernzentrale heißt es: „Die im November 2009 verkündeten Aktivitäten zur Fahrzeugproduktion am Standort Osnabrück verlaufen plangemäß. Zusätzlich zur Golf-Cabrio-Fertigung ab 2011 prüft Volkswagen derzeit auch die Möglichkeiten einer wirtschaftlich tragfähigen künftigen Zusammenarbeit mit den Bereichen Technische Entwicklung sowie der Metall-Gruppe. Über Art und Umfang der Zusammenarbeit werden derzeit intensive Gespräche geführt.“ Mehr Lokales
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