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Fußball-Tippspiel
Die Handlanger der Internet-Abzocker
Die Masche ist immer die gleiche: Schrille Internetportale bieten angeblich preisgünstige Downloads an. Musik, Bilder, Handytöne, Software können die Nutzer herunterladen. Mit dem Klick auf dem Anmeldebutton geht der Nutzer ein zweijähriges Abonnement ein. Der Preis liegt in der Regel bei 96 Euro im Jahr, macht 192 für zwei Jahre - zu zahlen im Voraus. Gerichte haben klargestellt, dass diese Kosten auf der Homepage deutlich erkennbar dargestellt werden müssen. Die Betreiber halten sich inzwischen daran, ihr Geschäftsmodell funktioniert trotzdem.
Kunden zahlen, obwohl sie es nicht müssen
Zahlt der angebliche Nutzer nicht, ist die Zeit der Rechtsanwälte und Inkassobüros gekommen. Branchenführer ist der Osnabrücker Rechtsanwalt Olaf Tank. Dessen Drohschreiben beeindrucken offenbar viele Kunden. Sie zahlen, obwohl sie es gar nicht müssten. Nach einer Umfrage der Verbraucherzentralen von 2007 fallen vor allem Jugendliche darauf herein. Jeder Zehnte, der eine Rechnung erhielt, überwies die geforderte Summe.
Die fragwürdigen Internetseiten kommen und gehen wie Wolken im April. Relativ neu auf dem Markt ist streamloads.de von der Leipziger Firma service & payment GmbH. Die Leipziger unterhalten zahlreiche Portale der gleichen Machart (zum Beispiel load-tipp, tattoo-tipp und streamarchiv).
Geldeintreiber ist eine Osnabrücker Inkassofirma
Das Geld für streamloads.de treibt eine Osnabrücker Inkassofirma ein. Ein Unternehmen, dass auf Seriosität und guten Ruf großen Wert legt. Bevor das Büro ein Mandat annehme, prüften Juristen das Unternehmen sehr genau, teilte eine Sprecherin der Inkassofirma mit. „Unsere Überprüfung hat ergeben, dass das Geschäftsfeld von streamloads.de sämtliche rechtlichen Ansprüche voll erfüllt. Daher sind wir zu dem Schluss gekommen, dass sich eine Forderungsbearbeitung für das Unternehmen als unproblematisch darstellt.“ Auch die Leistungen von streamloads.de seien „seriös“.
Die Fachzeitschrift Computer-Bild führt streamloads dagegen auf ihrer Liste der „Abzockerseiten“. Wer streamloads.de nutzen will, kauft übrigens die Katze im Sack. Eine umfassende Information über das Angebot gibt es nicht. Erst nach der Anmeldung ist ein Blick auf die Ware möglich. Verbraucherschützer warnen: Ein seriöser Anbieter würde die Kunden natürlich vorher ausführlich über sein Sortiment informieren. Auch dass keine Zahlungsvarianten angeboten werden etwa per Kreditkarte oder „Paypal“, sollte Kunden stutzig machen.





