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Die Bibel rät zum Weingenuss
Doch kurzerhand wurde er vom Weinhändler selbst unterstützt. Karl-Michael Stauffer, Winzer aus dem rheinhessischen Flomborn, hatte sich gut vorbereitet und konnte diverse biblische Anekdoten zum Thema Wein zum Besten geben. Der Weinbauer wollte (und sollte) nämlich eigentlich nach seinem Abitur Theologie studieren und war für diese Art von abendlicher Unterhaltung also prädestiniert.
Mehr als 500 Bibelstellen im Alten und Neuen Testament setzen sich direkt oder indirekt mit dem Weintrinken auseinander, betonte Heinz-Ulrich Bardelmeier, Vorsitzender des Kulturvereins. Daher entstand innerhalb des Vereins die Idee, eine neuartige Form der Weinprobe ins Leben zu rufen.
„Die Bibelstellen reichen von Noah (dem angeblich ersten Winzer) bis hin zum letzten Abendmahl“, erläuterte Theologe Linnemann. Auch nach jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit der Bibel war selbst er überrascht, wie oft der Wein in den einzelnen Passagen zur Sprache kommt. „Die Vorbereitung auf diesen Abend war auch für mich sehr lehrreich!“
Während die rund 30 Gäste den ersten Weißwein des Abends genießen konnten, machte Linnemann Mut: „Der Schöpfer rät zum stetigen Weingenuss. Allerdings in Maßen.“ Im Buch der Psalmen sei der Rebensaft schließlich mit Lebensfreude gleichgestellt.
Der vorbereitete Imbiss der „Pottbäckerei“ Niehenke sorgte für die köstliche Grundlage der zehn gereichten Weine. Bis um Mitternacht lauschten die Gäste den Zitaten des Theologen sowie den professionellen Erläuterungen des Winzers, der auch so manche Bestellung mit in den Familienbetrieb nahm.
Der Vereinsvorsitzende Bardelmeier zeigte sich positiv überrascht angesichts der tollen Resonanz und Nachfrage des langen Abends. „Wir werden das sicher im nächsten Jahr wiederholen.“ Pastor a. D. Linnemann zog sein Fazit des gelungenen Abends nicht mit einem Bibelzitat, sondern mit einer Weisheit der Griechen: „Der Wein ist der Spiegel des Geistes. Zudem zeigt er, wessen Geistes Kind man ist.“








