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Tippspiel
Icker und Vehrte erhalten Anschluss
Eine Wurfsendung hat für Irritationen in Icker und Vehrte gesorgt. In diesem Werbeschreiben pries die Telekom einen DSL-Anschluss per Satellitenübertragung an. Was ist eigentlich aus dem Vertrag geworden, den die Gemeinde Belm mit dem Kommunikationskonzern im zurückliegenden Jahr geschlossen hatte? Werden die beiden Ortsteile jetzt doch nicht mehr über ein Breitbandkabel ans Netz angeknüpft?
Die Abkürzung „www“ stand bisher in den beiden Ortsteilen für „weltweites Warten“. Die meisten Haushalte waren oder sind noch über ein Modem ans Netz angeschlossen. Dieses Gerät überträgt nur sehr langsam die Daten. Viele Möglichkeiten des Internets bleiben den Dorfbewohnern so verwehrt. In den zurückliegenden Jahren hat sich die Gemeinde auch um den Anschluss dieser Ortsteile an die Breitbandversorgung bemüht, doch die Gespräche zwischen Telekom und Kommune versandeten stets. Das Unternehmen hatte zu hohe Zuschussforderungen, die sich die Gemeinde nicht leisten wollte. Von einem sechsstelligen Betrag war noch 2008 die Rede.
Seit Anfang 2009 ist schnelleres Surfen im Internet auch in Vehrte möglich. Auf Initiative der Gemeinde bietet die Dormagener Firma ICA Media Zugänge über Richtfunk an. Auch die Grundschule Vehrte erhält über diesen Internetprovider Anschluss – sogar kostenlos.
Neues Angebot
Nur wenige Wochen nach dem Start des Richtfunks bewegte sich auch die Telekom. Der Netzbetreiber legte den Belmern ein neues Angebot vor: eine Versorgung von mindestens 2000 Kilobits, in den meisten Fällen von 6000 bis 16000 Kilobits, die eine flotte Datenübertragung ermöglichen. Voraussetzung war, dass die Gemeinde die Zahlung einer Deckungslücke von höchstens 25000 Euro zusichert. Mit 357 DSL-Anschlüssen (Digital Subscriber Line) in den Ortsteilen kalkuliert der Konzern nämlich. Jeder weiterer Anschluss, der in den folgenden zwei Jahren hinzukäme, verringere den Deckungsbetrag um 400 Euro. Ende März 2009 stimmte der Belmer Rat bei fünf Gegenstimmen den Konditionen zu. Die Telekom versicherte im Gegenzug, dass die Haushalte in den Ortsteilen spätestens in zwölf Monaten über eine DSL-Verbindung Zugang zum Internet haben werden. Das wäre der 31. März 2010.
Die Telekom hat auch inzwischen, laut Gemeindeverwaltung, eine Firma mit der Verlegung der Erdkabel zwischen Icker und Vehrte sowie Vehrte und Belm beauftragt. Das Wetter verhinderte bisher den Baubeginn. „Aus den jetzt vorliegenden Informationen entnehme ich, dass etwa in der ersten Jahreshälfte entsprechende DSL-Angebote für die Bürger in Vehrte und Icker zur Verfügung stehen werden“, schätzt Belms Erster Gemeinderat Viktor Hermeler.
Dass das Werbeschreiben für einen satellitengestützten DSL-Anschlusses in den Ortsteilen ausgetragen wurde, sei ein Versehen gewesen, teilt ein Telekom-Sprecher mit. Kunden in Vehrte und Icker, die aufgrund dessen einen Vertrag geschlossen hätten, könnten allerdings später problemlos kündigen und zur kabelgestützten Variante wechseln.
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