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Fußball-Tippspiel
Unbekannte feuern auf Katzen: Wer hat Elvis erschossen?
Drei Katzen und ein Todesfall: Am Westerberg feuern Unbekannte seit einigen Monaten offenbar gezielt Schüsse auf Samtpfoten ab. Jetzt hat es einen Kater tödlich erwischt. Besitzerin Andrea Henke hatte ihren Elvis wie immer zu dessen Nachtstreife aus dem Haus gelassen. Als der Kater am Morgen nicht wie gewohnt wieder da war, machte sie sich noch keine Gedanken. Dafür aber ernste Sorgen nach der Rückkehr von der Arbeit.
Elvis lag auf der Seite und bekam kaum noch Luft. Trotz sofortiger Untersuchung durch den Tierarzt ist er nicht mehr zu retten: Eine zwischen Lunge und Luftröhre steckende Kugel tötet letztendlich den zehnjährigen Kater, der sich bis dahin erfolgreich im Stadtdschungel behauptet hatte.Zunächst ist Henkes Weltbild kurz erschüttert. „Wenn überhaupt, hätte ich damit gerechnet, dass er unter ein Auto gerät“, erzählt die 43-Jährige, „aber nie damit, dass jemand auf mein Tier schießt.“ Doch dann wird Andrea Henke aktiv: Sie bringt ihren toten Kater zum Pathologen, der anhand der Röntgenaufnahme ein angespitztes Projektil entfernt.
Er meint, dass es mit hohem Druck, also aus nächster Nähe, auf Elvis abgefeuert wurde. Henke recherchiert im Internet und erfährt, dass es sich bei dem Geschoss um sogenannte 4,5-Millimeter-Diabolo-Munition für Luftdruckwaffen handelt – empfohlen zur Jagd und beworben zur Schädlingsbekämpfung. Und sie fragt in der Nachbarschaft, ob jemand Schüsse aus einem Luftgewehr gehört hat. Schließlich erstattet Henke bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt. Dort erfährt sie von einem ähnlichen Fall, der sich im August ebenfalls am Westerberg ereignete. Damals überlebte eine Katze die Schussverletzung. Henke setzt sich mit den Haltern in Verbindung und erfährt, dass sich bei ihnen inzwischen eine weitere Frau gemeldet hat. Auch deren Katze überlebte eine Kugel.
Von bis zu acht angeschossenen Katzen pro Jahr weiß Tierärztin Uta Greiffenhagen aus ihrer Praxis zu berichten. In bewohnten Gebieten führten die Tiere ihre Streifzüge in einem Radius von zwei bis drei Kilometern durch, erklärt die Expertin. „Manchen Leuten geht der Kot der Tiere oder deren Jagd auf Vögel gegen den Strich.“
Nach der Tötung ihres Katers will Andrea Henke dafür sensibilisieren, „dass es nicht gestattet ist, einfach mit dem Luftgewehr herumzuschießen“. In der Tat: Zwar darf im Prinzip auf eigenem Grundstück auch mit einem Luftgewehr geschossen werden. Jedoch muss dabei laut Waffenrecht sichergestellt sein, dass die Kugeln nicht das befriedete (umzäunte) Gebiet verlassen können.
„Das ist in der Stadt so gut wie nie möglich“, betont Polizeisprecher Georg Linke. Seine speziell ausgebildeten Kollegen von der Umweltgruppe ermitteln nach Henkes Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen Sachbeschädigung. „Wir untersuchen alle Hinweise, machen das öffentlich, und manchmal hilft uns auch Kommissar Zufall“, schildert Linke das weitere Vorgehen. Wichtig sei, diese Taten sofort anzuzeigen, rät er.
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