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Manfred Bergner: Ein Artist lustiger Worte
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Manfred Bergner: Ein Artist lustiger Worte

„Napoleone“ hat einen vorwitzigen Blick, eine Vorliebe für Fleisch aus dem Topf und manchmal einen zwar liebenswerten, aber eigensinnigen Kopf. Genau die Mischung aus Eigenschaften, aus der vierbeinige Romanhelden gemacht sein sollten, findet Manfred M. Bergner und hat dem weißen Malteser sein jetzt erschienenes gleichnamiges Erstlingswerk dieses Genres gewidmet.

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„Napoleone“ könnte auch „Chi-Chi“ heißen – so wie Bergners einstiger Malteserrüde. „Ich habe mich viel an seine Streiche erinnert und dachte: Das könnte einen lustigen Roman geben“, erzählt der 65-Jährige Wahl-Holte-Lastruper. Gesagt, getan. Annähernd ein Jahr arbeitete er an dem 157-seitigen Buch. Eine Hundebiografie ist es nicht geworden. „Das wollte ich nicht. Ich habe vielmehr Erlebtes ausgeweitet und viele Episoden dazu erfunden“, sagt der Autor und blickt schelmisch durch seine Lesebrille.

Geschrieben hat Bergner „eigentlich schon immer“. Intensiviert hat es der gebürtiger Hallenser, als er nach 35 Jahren seine Artistenkarriere beendete. Eine Karriere, die ihn, den in Ostdeutschland Geborenen, in Europa weit herumkommen ließ. Unter dem Künstlernamen Manfred Tornado leitete der Absolvent der Staatlichen Artistenschule Berlin die bekannte Artistengruppe „Die Tornados“. Später erweiterte er sein Repertoire mit der heute comedytauglichen Darbietung „HSG 1“ und trat unter dem Namen „Bergner und Bergner“ mit seiner Frau in die Manege. Vielen in Erinnerung ist aus dieser Zeit sein riskanter Dreifachsalto rückwärts am Schleuderbrett – ohne Absicherung mittels Longe oder Netz.

Ob in großen Varietés in Europa, Zirkussen wie dem russischen Staatszirkus zum Beispiel, im Friedrichstadtpalast Berlin, der Wiener Stadthalle oder in Fernsehanstalten – überall war der Artist ein gefragter Mann. Auftritte für das französische Fernsehen im Lido Paris waren ebenso angesagt wie für das ZDF.

Engagements vom Tivoli in Kopenhagen über Kulturpalast Dresden und Hansa-Theater Hamburg bis hin zum „Alten Towers“ in Großbritannien und „Linnanmäki“ in Helsinki bestimmten seinen Kalender.

Mit 50 Jahren hängte Manfred Bergner seine Artistengarderobe endgültig an den Nagel. Er gab sein Können als Fachdozent an der Staatlichen Berliner Artistenschule weiter, war Lehrer an der Kunstschule „Die Etage“ in Kreuzberg und der Pantomimenschule von Professor M. Anger. Seit dieser Zeit schreibt er mit Leidenschaft Geschichten. Vier Kurzgeschichten hat er bereits veröffentlicht.

Eine Fortsetzung für seinen Roman „Napoleone“ hat er bereits im Kopf. „Fenia“ und „Fleur“, seine aktuellen Hündinnen, will der Malteser-Freund darin auf jeden Fall einbauen. Was die mit dem Titelhelden erleben sollen, verrät er natürlich noch nicht. Dafür zeigt er aber auf eine dicke Mappe. Darin liegt das Manuskript für einen weiteren Roman. Einen, wie könnte es anders sein, Zirkusroman.

„Napoleone“ ist über den hiesigen Buchhandel für 12,90 Euro erhältlich. ISBN: 9783938399316, MyStory-Verlag Chris Kurbjuhn.

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