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Nur die Lebensfreude zählt
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Quelle: Meppener Tagespost 26. September 2009 00:00 Uhr


Nur die Lebensfreude zählt

Pure Lebensfreude strahlt die Wanderausstellung „Außergewöhnlich“ aus, die in der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel eröffnet worden ist. Sie zeigt 21 große Porträtaufnahmen von Kleinkindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Down-Syndrom.

 
Die Integration von Menschen mit Down-Syndrom ist ein Anliegen der Elterngruppe „Elterntreff Kinder mit Down-Syndrom“. Unser Foto zeigt sie gemeinsam mit Vertretern des Marstalls Clemenswerth und der Gemeinde. Foto: Otto Büning  Vergrößern

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Initiiert wurde die Ausstellung von der Elterngruppe „Elterntreff Kinder mit Down-Syndrom“, die sich jeden Monat in den Räumen der Frühförderung des Meppener St.-Vitus-Werkes trifft. Vor rund einem Jahr ist innerhalb dieser Gruppe die Frage aufgekommen, wie man selbst aktiv werden kann, um die Integration von Menschen mit Down-Syndrom zu fördern. Inspiriert durch Bücher der Autorin und Fotografin Conni Wenk, hat die Gruppe gemeinsam mit dem Lingener Fotografen Hans Einspanier und der Meppener Grafikdesignerin Jutta Raue die Ausstellung in Angriff genommen.

„Wir als Eltern sehen nicht die Behinderung unserer Kinder, sondern die Lebensfreude, die sie uns vorleben und mit der sie uns begeistern“, erklärte Diana Haselhoff-Gruber von der Elterngruppe. Daher sei es schwer verständlich, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene heutzutage immer noch aufgrund ihrer Behinderung an Bildungsstätten abgelehnt werden würden.

Haselhoff-Gruber: „Solange sich außenstehende Menschen anmaßen zu entscheiden, wer welche Kindergärten, Schulen und Ausbildungsbetriebe aufgrund einer Behinderung nicht besuchen darf, sind wir von der Integration von Menschen mit Behinderung noch weit entfernt.“ Die Ausstellung solle bewusst machen, dass man einem überzähligen Chromosomen nicht so ein großes Gewicht einräumen sollte.

In dieselbe Kerbe hieb der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen im Bistum Osnabrück mit Sitz im St.-Vitus-Werk, Michael Knüpper. Sätze wie „Ein behindertes Kind muss doch heute nicht mehr sein“ seien leider ein Stück unserer Realität. Da das „Down-Syndrom“ mittlerweile vor der Geburt medizinisch schon zu 100 Prozent diagnostizierbar sei, stellten viele die Frage, warum Eltern sich dennoch für ein Kind mit Down-Syndrom aussprächen. Diese Frage verbiete sich schon alleine, wenn man bedenke, dass über 90 Prozent der Behinderungen erst im Laufe eines menschlichen Lebens entstünden.

Der stellvertretende Bürgermeister Karl Steinbild brachte es auf den Punkt: „Die Lebensfreude der dargestellten Menschen regt uns zum Nachdenken darüber an, ob wir unser Leben nicht zu sehr von Leistungsdruck und Alltagsstress bestimmen lassen.“ Die Ausstellung habe ihr Ziel nach Ansicht des Hausleiters des Marstalls, Michael Strodt, voll erfüllt, „wenn wir etwas von ihrer Prophetie mit in unser Leben nehmen und diese Menschen so annehmen, wie sie sind: Menschen wie du und ich, mit einer kleinen Besonderheit, durch die sie dem Himmel etwas näher stehen als wir.“

Die Wanderausstellung gastiert noch bis Freitag, 9. Oktober, im Marstall. Alle Interessierte haben täglich von 8 bis 18 Uhr, sonntags bis 13 Uhr, die Gelegenheit, kostenlos die außergewöhnlichen Bilder zu bewundern.

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