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Tippspiel
Persönliche Gespräche statt Polit-Debatten
Auf politische Diskussionen verzichten und Schülern und Jugendlichen stattdessen ein Stück ihrer Lebensgeschichte preisgeben – vor diese Herausforderungen sind die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Unterems im Rahmen eines politischen Lebensbilderabends in der Jugendbildungsstätte Mar- stall Clemenswerth in Sögel gestellt worden.
Hans-Michael Goldmann (FDP) berichtete indessen, dass es sein Vater gewesen sei, der ihm zur Bundespolitik geraten hätte und dass er sich ebenso wenig wie CDU-Kandidatin Gitta Connemann als Jugendlicher ein Engagement in der Politik habe vorstellen können. Bei Franziska Junker (Die Linke) standen vor allem Fragen zu Partei und Inhalten auf dem Programm.
Der gleichen Ansicht waren die Bewerber bei der Frage nach dem Sinn und dem Faszinierenden an der Politik. „Es lohnt sich, ein Ziel zu haben und sich dafür einzusetzen“, erklärte Lenger. Connemann und Borde berichteten von Problemen in Gemeinden wie die Sanierung von Spielplätzen und Jugendhäusern. Dafür könne man sich auch als Jugendlicher vor Ort einsetzen. Goldmann empfahl den Jugendlichen, sich zu informieren und aufgeschlossen zu zeigen, um persönlich voranzukommen.
„Unser Ziel mit dem politischen Lebensbilderabend war es, gemeinsam ein Stück Politikverdrossenheit abzubauen“, erklärte Michael Strodt, Leiter des Marstall Clemenswerth. Strodt hatte die Veranstaltung in Kooperation mit dem Regionalvorstand des Bund Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ) Emsland Nord organisiert. Man habe dafür bewusst den Lebensbilderabend gewählt, der Menschen mit einer besonderen Biografie im Rahmen von Schulgemeinschaftstagen im Marstall aus ihrem Leben erzählten lässt. Strodt: „Wir wollten fernab von den üblichen Diskussionen zwischen den Kandidaten, welche Politikverdrossenheit bei jungen Menschen eher noch steigern, einen Raum geben, in dem sie von ihrem persönlichen Leben erzählen können.“ Diese Schnittstelle zwischen Öffentlichem und Privatem verlange Respekt vor der jeweiligen Lebenserfahrung und mache die politischen Meinungen der Bewerber mithilfe ihres Lebensbildes verständlicher. „Wir haben mit diesem Abend an einer Kultur der Anerkennung und Wertschätzung gearbeitet, die auch dem alltäglichen Wettstreit der Parteien guttäte“, bilanzierte der Hausleiter. Das könne dann nachhaltig Politikverdrossenheit abbauen. Die von den Kandidaten dargestellten Lebensbilder wurden indes dokumentiert und sind im Rahmen einer kleinen Ausstellung bis zum 18. September im Marstall zu sehen. An diesem Tag findet eine U-18-Wahl in der Jugendbildungsstätte statt, bei der alle Jugendlichen unter 18 ihre Stimme abgeben können.








