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Entenhausen an der Hase
Donald Duck ist wohl die berühmteste Ente der Welt. Die Comics mit dem ewigen Verlierer werden nicht nur von Kindern gelesen, sie werden auch unter wissenschaftlichen Aspekten betrachtet. Am morgigen Samstag feiert die Vereinigung „Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus“ (D.O.N.A.L.D.) eine Zwischenzeremonie in Osnabrück, die von der Donaldistin Dagmar Holwitt organisiert wird.
Die zweifache Mutter liest die Comics mit viel Spaß. Irgendwann organisierte sie sich und trat bei der D.O.N.A.L.D. ein. Ihren Kindern würde sie das Lesen von Comics natürlich nicht verbieten. Allerdings macht sie eine Einschränkung: „Micky Maus ist unter Donaldisten verpönt.“
Die 39-jährige Lebensmittelchemikerin interessiert sich auch für die wissenschaftliche Aufarbeitung des „donaldischen Universums“. In den Geschichten tauchen zum Beispiel interessante psychologische Aspekte auf: Obwohl Donald immer wieder scheitert, gibt er nie auf. Auch körperliche Aspekte spielen eine Rolle: Ein Donaldist hat mal die sogenannte Morphothel-Theorie aufgestellt. Sie besagt, dass die Körperform der Figuren aus den Comics zwar menschliche Skelette besitzen, sie aber verschiedene Formen annehmen können.
„Die Donaldisten sind eher normale Leute“, sagt Dagmar Holwitt. „Na ja“, fügt sie lachend an, „manche sind nicht so normal.“ Unter den Mitgliedern der D.O.N.A.L.D. seien viele Akademiker zu finden, berichtet sie. Auch der Feuilleton-Chef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Patrick Bahners, ist bekennender Donaldist und hält regelmäßig Vorträge auf den Kongressen.
Um die Wartezeit bis zum nächsten Kongress zu verkürzen, haben sich die Donaldisten die Zwischenzeremonie einfallen lassen. Am Samstag feiern die 20 bis 30 Mitglieder des S.N.O.W.L., des „süd-niedersächsisch-ost-westfälischen Stammtisches“, die hundertste Zusammenkunft im 13. Jahr. In ganz Deutschland gibt es etwa 700 organisierte Donaldisten. Einige von ihnen nehmen an einer Art Rallye teil, bei der Geschichten aus den Comics nachgespielt werden. Dagmar Holwitt, die einzige aktive Donaldistin Osnabrücks, tritt dann als Zeremonienmeisterin auf.
An der Zwischenzeremonie dürfen nur Mitglieder von D.O.N.A.L.D. teilnehmen. Zu den Kongressen kann jeder gehen. Wer sich über die Organisation informieren will, wird auf der Seite www.donald.org fündig.







