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Eine märchenhafte Zeit im Marstall
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Quelle: Ems-Zeitung 30. Juli 2009 00:00 Uhr


Eine märchenhafte Zeit im Marstall

Ob Aladin, Rapunzel oder Aschenputtel – 14 Tage lang haben Märchen- und Sagenfiguren in der Sögeler Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth halt gemacht. Grund war die traditionelle Sommerfreizeit, diesmal unter dem Motto „Marstall märchenhaft“, die am morgigen Freitag endet.

 
In die Rollen von 1000 und einer Nacht schlüpften die Teilnehmer der Sommerfreizeit im Marstall. Hier versuchen Aladin und seine Helfer, den Sultan und seine Tochter von ihrer Liebe zu überzeugen. Foto: Otto Büning  Vergrößern

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Erstmalig wurde der Schwerpunkt auf Projektarbeit gelegt. Während der ersten Hälfte der Freizeit taten sich die 52 Teilnehmer mit und ohne Behinderungen jeden Nachmittag zu Projektgruppen zusammen, in denen Schatten- und Spontantheater, Auftritte einer Freizeitband sowie ein Hörspiel vorbereitet wurden. Die Werke wurden dann beim Besuchertag am vergangenen Sonntag vor Gästen aufgeführt.

„Alle Beteiligten waren total begeistert“, freut sich Christine Schütte, die als Bildungsreferentin des Marstalls für den Schwerpunkt Menschen mit Behinderungen dem fünfköpfigen Leitungsteam angehörte. Es habe sich bewährt, einen kontinuierlichen Programmpunkt zu haben und etwas Gemeinsames zu schaffen. „Auf diese Weise konnte jeder seine Fähigkeiten einbringen“, so Schütte. Ganz begeistert zeigten sich auch die 16-jährigen Freundinnen Lara und Jana, die erstmalig an der Freizeit teilnahmen. Beide besuchen dieselbe Schule und waren mithilfe des Internets auf die Veranstaltung im Marstall gestoßen. „Zu Hause ist es oft langweilig, hier haben wir jede Menge Spaß“, so Jana.

Eine erfolgreiche Premiere kann auch die Lähdenerin Anne für sich verbuchen, die erstmals als Begleiterin an der Freizeit teilnahm. Die Studentin der Sozialen Arbeit war über einen Studienkollegen auf die Tage aufmerksam geworden. „Ich habe hier viel über den Umgang miteinander sowie über mich selbst gelernt.“ Sie habe vor allem beeindruckt, dass es keine Unterschiede zwischen den Mitwirkenden gebe. „Es herrscht eine große Gemeinschaft, in der sich viele Freundschaften aufgebaut haben.“ Dies ist es auch, was Begleiterin Laura aus Meppen seit vier Jahren immer wieder zur Freizeit nach Sögel treibt. „Jeder darf hier so sein, wie er ist, und muss sich nicht verstellen.“ Diese positiven Erfahrungen haben die 19-Jährige sogar dazu bewogen, eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin zu beginnen. Zurzeit absolviert sie ihr zweites Lehrjahr.

Erstmalig wurde die Freizeit durch Michael Franke, Jugendkaplan des Marstalls, begleitet, der seine Aufgabe als „Priester für alles“ beschreibt. So war Franke nicht nur für die Ausgestaltung von Gottesdiensten und Atempausen zuständig, sondern bot sich auch als Ansprechpartner für alle Beteiligten an. „Auf diese Weise wurde allen Mitwirkenden auch die Chance gegeben, einen Priester mal in einem kontinuierlichen Gesamtzusammenhang zu erleben“, erklärt Franke. Die Jugendlichen hätten so die Chance bekommen, Kirche einmal anders zu erleben.

Am Freitag werden die „52 Helden“, wie Christine Schütte alle Mitwirkenden nennt, die „märchenhafte Zeit“ beenden und nach Hause zurückkehren. Nach eigenen Aussagen werden sie dabei viele Erfahrungen und neue Erkenntnisse über sich mitnehmen und sicherlich nicht zum letzten Mal in Sögel ihre Zelte aufgeschlagen haben.

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