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Keine Politik: Dörpen gegen Haren
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Quelle: Meppener Tagespost 29. Juli 2009 00:00 Uhr


Keine Politik: Dörpen gegen Haren

„Wenn der Standort Haren für ein Enercon-Werk bislang der beste war, wird er durch das Kohlekraftwerk in Dörpen betriebswirtschaftlich nicht schlechter.“ Diese Einschätzung gab Landrat Hermann Bröring mit Blick auf die Äußerungen von Enercon-Geschäftsführer Aloys Wobben ab.

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Bröring, der gestern aus dem Urlaub zurückkehrte, räumte ein, dass er erst aus der Zeitung von den Äußerungen von Wobben in Sögel erfahren habe. Dort hatte der Chef des Windanlagenherstellers verkündet, dass er in Haren kein Werk zur Produktion von Rotorenblättern errichten werde, wenn Dörpen ein Kohlekraftwerk erhalte.

Dazu sagte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung Landrat Bröring: „Ich sehe keine Kontrapolitik zwischen Dörpen und Haren. Dies sind zwei völlig unterschiedliche Themenfelder.“ Das Emsland unterstütze massiv erneuerbare Energien und gebe konventionellen Energien als Übergangstechnologie weiterhin eine Chance.

Enercon-Chef Wobben, gebürtiger Emsländer, habe am 3. November 2008 eine Absichtserklärung zum Werksbau in Haren unterschrieben. Zu diesem Zeitpunkt war die Diskussion um das Kohlekraftwerk bereits in vollem Gange. An der Gesamtsituation habe sich also nichts geändert. Bröring weiter: „Deshalb glaube ich, dass die Äußerung von Aloys Wobben auf der Veranstaltung in Sögel möglicherweise der Gesamtsituation und speziellen Atmosphäre im Saal geschuldet war.“

Er werde das persönliche Gespräch mit der Enercon-Geschäftsführung abwarten. Dies soll auf gestrigen Vorschlag der Auricher Unternehmensführung noch im August im Meppener Kreishaus stattfinden. Gleichwohl sei bekannt, dass Wobben als Verfechter erneuerbarer Energien kein Freund konventioneller Kraftwerke sei.

Zum Thema Kohlekraftwerk in Dörpen bezog Bröring ebenfalls klar Stellung: „Wenn die Gemeinde Dörpen und der Landkreis den Bebauungspan verabschieden, erwarten wir selbstverständlich von den Investoren, dem Schweizer Energiekonzern BKW und der Stuttgarter EnBW Kraftwerke AG, dass sie ein hochmodernes und sehr effizientes Kraftwerk auf den Weg bringen.“ Zudem dürfe nichts unversucht bleiben, dass eine Kraftwärmekoppelung mit der Nordland-Papierfabrik doch noch realisiert werde. Dies würde eine Optimierung für die Umwelt bedeuten und für Nordland eine günstigere Energieversorgung und damit eine Sicherung der Arbeitsplätze.

Bröring erinnerte im Zusammenhang mit der jüngsten Diskussion zugleich an die Erfolgsgeschichte des Landkreises Emsland in den vergangenen 31 Jahren. „Heute ernten wir die Früchte einer erfolgreichen Industriepolitik.“ Dies könne jedermann spüren. Bröring nannte die erfreulich niedrige Arbeitslosigkeit. Hiervon habe man vor zehn Jahren nicht einmal zu träumen gewagt. Leider würde er immer stärker „Sättigungstendenzen“ mit der Folge einer SchwarzWeiß-Malerei registrieren. Bröring wörtlich: „Immer mehr Emsländer sind der Auffassung, dass wir nicht mehr hinter Arbeitsplätzen hinterherjagen müssen.“

Dabei seien gleich mehrere Großprojekte noch längst nicht unter Dach und Fach. Dies treffe auf das Kohlekraftwerk ebenso zu wie auf das Enercon-Werk in Haren oder das Gaskraftwerk in Meppen.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte der Landrat als viertes Großvorhaben die mögliche Ansiedlung eines renommierten deutschen Maschinenbauers mit weiteren rund 500 Arbeitsplätzen im mittleren Emsland.

Dabei habe der bislang wirtschaftsfreundliche Landkreis gemeinsam mit den Städten und Gemeinden immer um seine Arbeitsplätze gekämpft. Bröring erinnerte dabei an die Raffinerien in Salzbergen und Lingen. Man habe die Raffinerie Salzbergen nur dank der Müllverbrennungsanlage retten können. Das Ergebnis: „Die alte Dreckschleuder wurde abgestellt, und die Bürger profitieren von niedrigen Abfallgebühren.“ Bröring weiter: „Jeder Investor erhält bei uns eine faire Chance.“

Die Kommunalpolitik werde auch weiterhin die Rahmenbedingungen schaffen, sei es „der Bebauungsplan für ein Kohlekraftwerk in Dörpen oder die Grundstückssuche für ein Rotorenwerk in Haren“.  Mehr Lokales

 

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