·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
CO2-Problem: Lösung aus Papenburg?
Einer Firma aus Papenburg ist es mit einem neu entwickelten Verfahren offenbar erstmals gelungen, ohne nennenswerten Energieaufwand eine wirtschaftliche und ökologische Nutzung des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) zu erreichen.
Bei Testreihen mit der Technik in Papenburg gelang es den Experten der Firma egm-international, Kohlendioxid mithilfe eines stabilisierenden Wasserwirbels in einem neuen Brennstoff aus 50 Prozent Rapsöl und 50 Prozent Wasser dauerhaft zu binden. Das Öl, das nach mehrfachem Durchlauf der Grundstoffe durch den tornadoähnlichen Wirbelwandler hergestellt wurde, war anschließend in der Lage, als Brennstoff den Dieselmotor eines Autos anzutreiben.
Bereits vor einigen Monaten war es mit dem Wasserwirbel nach Firmendarstellung gelungen, eine dauerhafte Verbindung zwischen Wasser und Kohlendioxid zu erreichen. Dabei habe sich ein ölartiger Film gebildet, der als Brennstoff nutzbar sei. Dieses wurde zwischenzeitlich durch Testate der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus und der Universität Al Ain (VAE) bestätigt. Die BTU attestierte zudem, dass durch das Verfahren die CO2-Abgase eines Automotors vollständig abgebaut werden konnten.
Weitere Versuche an der BTU Cottbus beschäftigten sich mit dem durch das Wirbelwandler-Verfahren angereicherte Wasser. Die Universität hat nach Firmenangaben attestiert, dass das durch das Verfahren mit Kohlenoxid und Stickstoff angereicherte Wasser das Wachstum von Pflanzen um bis zu 30 Prozent gesteigert habe. Ähnliches ergab eine aktuelle Untersuchung der Technischen Universität Berlin. Mit dem angereicherten Wasser wurde eine Verdoppelung des Wachstums an zwei Algenstämmen festgestellt. Vorangetrieben wird die Entwicklung des Wasserwirblers seit mehreren Jahren durch das emsländische Unternehmen.
Geschäftsführer Wolfgang Gesen: „Wir haben ohne staatliche Subventionen zahlreiche Versuchsreihen auch unter Einbindung von Fachhochschulen und Universitäten durchgeführt. Dabei haben uns die beteiligten Labors attestiert, dass die durch den Wirbelwandler erzeugten neuen Stoffe mit Kohlendioxid angereichert wurden.“ Die Wissenschaftler hätten zwar die Ergebnisse bestätigt, „haben bisher aber noch keine wissenschaftliche Erklärung, warum diese dauerhafte CO2-Einbindung stattfindet“. Nächster Schritt sei die Weiterentwicklung des Verfahrens für eine industrielle Nutzung. Gesen hofft bei der Weiterentwicklung auf eine Partnerschaft mit den Emiraten. Ziel sei der Bau einer Pilotanlage in Abu Dhabi und die Schaffung eines Forschungszentrums in Papenburg.
Der Berater der Regierung in Abu Dhabi, Dr. Abdelrachman A. Khaleg, zeigte sich gegenüber unserer Zeitung begeistert von den Versuchen in Papenburg Anfang dieser Woche. „Wir haben großes Interesse, diese Technologie, die das CO2-Problem lösen kann und eine Wende für die ganze Welt mit Blick auf Energie und Umwelt werden könnte, weiter voranzutreiben“, so Khaleg.
Mehr zum Thema Mehr Lokales
Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar







