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Neue Sicht durch Rauschbrille
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Quelle: Meppener Tagespost 26. Juni 2009 00:00 Uhr


Neue Sicht durch Rauschbrille

Der verantwortungsbewusste Umgang mit Alkohol ist in einem Jugendgottesdienst in der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel thematisiert worden. Anschließend hatten die Besucher die Möglichkeit, sich weiter über das Thema zu informieren.

 
Danebengegriffen: Eine Rauschbrille, die die Sicht eines Betrunkenen simulierte, sorgte für neue persönliche Erkenntnisse bei den Besuchern. Foto: Marstall Clemenswerth  Vergrößern

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Gestaltet wurde der Gottesdienst von den Firmlingsgruppen „speed“ und „only hope“ aus Haselünne, dem Jugendchor St. Jakobus Sögel sowie der Fachklinik Emsland. Fünf Patienten der Fachklinik berichteten in der Predigt sehr offen und ergreifend von ihrer eigenen Abhängigkeit. „Während der Erzählungen war es fast so still wie im Evangelium vom Sturm auf dem See“, berichtete Christoph Deters von der Fachklinik, der sich gemeinsam mit den Patienten auf den Gottesdienst vorbereitet hatte.

Beim anschließenden Informationsangebot konnten die Besucher einen Risikocheck machen oder sich einem Selbsttest unterziehen, wobei vor allem eine Rauschbrille für einen neuen Blick auf die Dinge sorgte. „Neuneinhalb Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholsüchtig oder suchtgefährdet“, erklärte Michael Strodt, Leiter des Marstalls Clemenswerth. Wichtig sei ihm gewesen, mit der Aktion die Grenze vom sogenannten risikoarmen zum riskanten, problematischen oder abhängigen Alkoholkonsum aufzuzeigen.

Alkohol werde in unserer Gesellschaft zu vielen Gelegenheiten getrunken. Dagegen sei laut Strodt nichts einzuwenden, denn ein Konsum in geringem Maße schade gesunden Erwachsenen nicht. „Ein übermäßiger Verzehr führt jedoch zur Abhängigkeit und kann sowohl Gesundheit als auch Leben eines Menschen zerstören“, warnte er. Diesen Thesen stimmten die Patienten der Fachklinik im Gespräch mit den Besuchern zu.

Wenn Alkohol in der Entwicklungsphase von heranwachsenden Menschen getrunken werde und schon 10- bis 15-Jährige mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert würden, sei das aber zweifellos gefährlich. Das Problem der Abhängigkeit entstehe in früheren Jahren schneller. „Weil es sich beim Alkohol um ein gesellschaftliches Problem handelt, ist es wichtig, keine Verbotskampagnen zu machen, sondern zu akzeptieren, dass Alkohol und ein verantwortungsbewusster Umgang damit zu unserer Kultur gehören“, ergänzte Strodt. Ein Informationsangebot zum Thema gibt es unter www.marstall-clemenswerth.de im Internet.

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