Noz
Kontakt

·

ePaper

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Lokales

|

„Neonazis in modernem Gewand“
Lokales

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

Quelle: Meppener Tagespost 13. Mai 2009 00:00 Uhr


„Neonazis in modernem Gewand“

Eine „große Resonanz“ auf die Ausstellung „Rechte Jugendkulturen zwischen Lifestyle, Clique und Partei“ erhofft sich Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU). Als Schirmherr hat er jetzt die von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt in Braunschweig konzipierte Ausstellung im Marstall Clemenswerth in Sögel eröffnet.

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Zuletzt kommentiert








Auf die wechselvolle Geschichte des Marstalls Clemenswerth eingehend, in dem von 1935 bis 1940 der Reichsarbeitsdienst seinen Sitz hatte, sagte Busemann: „In und um diese Mauern herum war hautnah das Verheerende des Nationalsozialismus zu spüren.“ Es sei ihm ein besonderes Anliegen, das Gedenken an die Opfer der Nazidiktatur wachzuhalten und an der Aussöhnung mit den Menschen jüdischen Glaubens „beständig zu arbeiten“. Dazu gehöre, sich des Unrechts und der Opfer bewusst zu sein, den Anfängen zu wehren und sich im Kampf gegen den Rechtsradikalismus kompromisslos einzusetzen.

Dass dies nicht für alle ein Thema sei, zeigten die Zahlen des Verfassungsschutzes. Für Niedersachsen belegten diese eine Stabilisierung der rechtsextremen Szene auf hohem Niveau. Hier gelte es, „genau hinzuschauen, was in unserer Mitte geschieht, und ein waches Auge darauf zu haben, wie sich die Gegner unserer Demokratie versuchen zu formieren“.

Busemann verwies auf die unterschiedlichsten Erscheinungsformen sowie auf „junge Neonazis in modernem Gewand“. Organisiert seien diese vermehrt in Gruppen ohne verbotsfähige Strukturen wie Aktionsbündnisse und Kameradschaften. Über Musik, lebensnahe Themen und abwechslungsreiche Freizeitgestaltung unternähmen sie den Versuch der gesellschaftlichen Einflussnahme. Hier liefere die Ausstellung über rechte Jugendkulturen wichtige Informationen und einen exzellenten Überblick über Organisationsformen, Lebensstil, Medien, Alltagskultur, Musik, Mode und Symbolik.

Neben verstärkter Präventionsarbeit sei „eine gesamtgesellschaftliche Allianz gegen rechts“ gefordert, so Busemann. Helfen könne hier der Landespräventionsrat, an den sich immer mehr Lehrer und Schüler wegen rechter Agitation an Schulen wendeten. Busemann versprach „passgenaue Hilfsangebote und Lösungsstrategien“ für von Rechtsextremismus und Antisemitismus Betroffene.

Die Ausstellung im Marstall Clemenswerth ist bis zum 29. Mai täglich von 9 bis 18 Uhr zu besichtigen. Sonntags öffnet die Ausstellung bis 12 Uhr. Fachliche Führungen für Schulen und Gruppen sind nach Absprache möglich.

 Mehr Lokales

 

  Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter

Haus

Immobilien aus der Region

Immobilien-Angebote

Finden Sie Ihre Immobilie: Wohnungen und Häuser mieten, vermieten, kaufen und verkaufen.






 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: