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Ast bohrte sich direkt hinter dem Fahrersitz durchs Dach
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 17. Juni 2002 00:00 Uhr


Ast bohrte sich direkt hinter dem Fahrersitz durchs Dach

„Zehn Zentimeter weiter und das wäre ganz übel ausgegangen.“ Der Einsatzbeamte der GMHütter Polizei war gestern noch einen Tag später sichtlich geschockt von dem „Unwetterunfall“, der am Samstagmorgen in Dröper einen Busfahrer um ein Haar das Leben gekostet hätte. Wegen eines starken Hagelschauers hatte der Mann seinen Linienbus auf der Wellendorfer Straße gegen 7 Uhr kurz abgestellt, als es passierte: Ein über 30 Meter hoher Baum stürzte auf den Bus. Ein mächtiger Ast bohrte sich direkt hinter dem Fahrersitz durch das Dach.

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„Der Fahrer hat Riesenglück gehabt. Und ich mag gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn der Bus nicht leer gewesen wäre.“ Wie durch ein Wunder sei niemand verletzt worden, berichtet der zu dem Einsatz geeilte Polizist. Der Ast habe sich wie ein Geschoss durch den Bus gebohrt und sei dann im Bodenblech stecken geblieben. Mit Hilfe der Feuerwehr Borgloh wurde der durch eine Sturmbö umgewehte Baum zersägt und abtransportiert. Der Busfahrer sei mit dem Schrecken davon gekommen. Für hohen Sachschaden hat der heftige Gewitterschauer am Samstagmorgen auch im Südkreis und im Bereich Melle gesorgt. In Dissen und Bad Iburg wurden Hagelkörner in Golfball-Größe gefunden. Der in Bad Iburg wohnende Polizeioberkommissar Siegfried Stahlberg von der Autobahnwache in Bissendorf berichtet, dass sein gerade frisch polierter Peugeot nun zahlreiche dicke Dellen im Dach habe.

Ähnlich ist es am Samstag vielen weiteren Autobesitzern in Bad Iburg, GMHütte, Hilter, Dissen, Bad Rothenfelde, Wellingholzhausen und Neuenkirchen ergangen. Nach Angaben der Polizei hat das Unwetter zudem viele Gärten verwüstet und Dachpfannen von Hausdächern gefegt. Überall in den betroffenen Orten seien die Bürger am Samstag mit Aufräumarbeiten beschäftigt gewesen. In Bad Rothenfelde habe zudem die Feuerwehr mehrere voll Wasser gelaufene Keller abpumpen müssen.

Ganz besonders schlimm hat es den Landwirt Rüdiger Tepe getroffen. Durch den kurzen, aber heftigen Hagelschauer wurden auf seinem Feld in Wellendorf fünf Hektar erntereife Erdbeeren vernichtet – knapp die Hälfte seiner Anbaufläche. Den Schaden schätzt Rüdiger Tepe auf 60 000 Euro. Auch andere Landwirte beklagten große Schäden.

Der Nordkreis ist dagegen von dem Unwetter verschont geblieben. „Bei uns scheint die Sonne. Von Gewitter und Hagel keine Spur“, sagte gestern ein Sprecher der Polizei in Bramsche. So habe es zum Beispiel auf der Wallenhorster Klib am ganzen Wochenende bestes Feier-Wetter gegeben.  Mehr Lokales

 

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